Twitter
Mach mir den Google!

Hat Twitter gerade sein Wachstumsproblem erledigt? Eine neue Partnerschaft mit Google elektrisiert die Anleger, die Aktie steigt nachbörslich steil an. Aber es gibt noch ein massives Problem.
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San FranciscoTwitter-Chef Dick Costolo hat sich Zeit gekauft. Im Gespräch mit Analysten bestätigte er am Donnerstag den Abschluss einer Kooperation mit Google. Tweets werden in wenigen Monaten wieder in Echtzeit in den Suchergebnissen des Webriesen angezeigt werden. Mehr wollte er dazu zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Allerdings so viel lässt er durchblicken: Diesmal, anders als 2011, als sich die Wege von Twitter und Google erstmals trennten, werde Twitter von der Anzeige der Tweets profitieren. Wie das aussehen könnte, zeigen Partnerschaften mit der Magazin-App Flipboard und Yahoo Japan. Die Anzeigenerlöse werden geteilt. Darauf hatten die Investoren gewartet: Bezahlte Twitter-Posts, „Promoted Tweets“ oder andere Werbeformen auf fremden Seiten wie Google.
Die Tweets sichtbar bei Hunderten von Millionen Suchanfragen bei Google, so wie jetzt schon bei Microsofts Bing und Yahoo? Das hat was: Alleine im dritten Quartal seien 185 Milliarden Tweets außerhalb der Twitter-Plattform aufgerufen worden, zum Beispiel eingebettet auf Webseiten. Da war Google noch nicht dabei. Und Costolo versprach, mit diesen Nutzern Geld zu verdienen.

Da spielte auf einmal das ausgewiesene anämische Nutzerwachstum keine Rolle mehr. Nur noch um 1,4 Prozent auf 288 Millionen monatliche aktive Nutzer stieg die Zahl der Twitterer. So schwach wie nie zuvor und weit unter den Hoffnungen von 295 Millionen der Analysten. Das hatte zunächst für einen Kursrutsch gesorgt, bevor die Google-Meldung den Börsenjubel auslöste. Denn jetzt machen auch die anderen Zahlen Sinn. Der Umsatz lag praktisch doppelt so hoch wie im Vorjahresquartal bei 479 Millionen Dollar. Es gelingt also mit den Nutzern auch Umsatz zu generieren. Dann könnte es doch noch möglich sein, den Quartalsverlust von 125 Millionen Dollar irgendwann in einen Gewinn zu verwandeln.
Costolo, der unter schwerem Druck von Investoren steht, zeigte sich zudem zuversichtlich für das laufende Quartal. Das Nutzerwachstum werde auf dem Level der ersten drei Quartale 2014 liegen, also über 1,4 Prozent. Die Marke von 300 Millionen Nutzern könnte also schnell erreicht werden.

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