Twitter: Mikroblogging-Dienst verspielt Trump-Effekt

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Mikroblogging-Dienst verspielt Trump-Effekt

Obwohl Donald Trump Twitter noch populärer gemacht hat als es schon war, kämpft der Mikroblogging-Dienst ums Überleben. Der Gewinn bleibt im vierten Quartal unter den Erwartungen. Was sich häuft, sind nur die Verluste.
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Das muss eine Firma erstmal schaffen. US-Präsident Donald Trump, mächtigster Mann der Welt, hat Twitter zur persönlichen Verlautbarungsplattform erklärt und löst mit seinen Tweets fast täglich politische und wirtschaftliche Weltbeben aus. Doch Twitter gelingt es nicht, davon zu profitieren.

„Die ganze Welt schaut auf Twitter, wir wachsen nicht so, wie die Welt es von uns erwartet, aber es gibt etwas, das weiterhin wächst, das ist Twitters Einfluss und Wirkung“, rechtfertigt sich Twitter-Chef Jack Dorsey im Gespräch mit Analysten, das traditionell an die Veröffentlichung der Quartalsergebnisse anschließt.

Das vergangene Jahr sei „besonders herausfordernd“ gewesen, sein Unternehmen habe „harte Entscheidungen“ treffen müssen, sagt Dorsey. Doch Twitter habe verändert, wie Menschen kommunizieren, „deshalb kämpfen wir so hart“.

Der Twitter-Chef gibt Durchhalteparolen aus. Er weiß, dass es um nicht weniger als die Zukunft des Zwitscherdienstes geht. Zunehmend zeigt sich, dass sein Netzwerk jenseits aller Politik kaum mehr als ein Scheinriese ist. Der Dienst, der immer als kleinere, schlauere Alternative zu Mega-Konzernen wie Facebook galt, kämpft ums Überleben.

Während Facebook-Chef Mark Zuckerberg über ein digitales Weltreich von inzwischen fast zwei Milliarden Menschen herrscht, stieg die Zahl der monatlich aktiven Twitter-Nutzer im letzten Quartal 2016 gerade einmal um zwei Millionen auf nun 319 Millionen. Selbst das vier Jahre jüngere Portal Instagram besitzt mit 400 Millionen täglichen Nutzern inzwischen mehr Reichweite als Twitter. Und der Börsengang von Newcomer Snap steht noch aus.

Ausgerechnet im hochpolitisierten Heimatland USA, das pausenlos über Präsident Trump, seine umstrittenen Executive Orders und deren Folgen debattiert, wuchs der Dienst überhaupt nicht. Noch im Quartal zuvor hatte Twitter hier eine Million neue Nutzer begeistert.

Entsprechend gering fallen die finanziellen Resultate aus. Twitters Umsatz bleib im vierten Quartal mit 717 Millionen Dollar unter den Erwartungen der Analysten, die mit 740 Millionen Dollar gerechnet hatten. Was sich häuft, sind nur die Verluste. Sie lagen bei 167,1 Millionen Dollar, verglichen mit 90,2 Millionen Dollar im Jahr zuvor.

Der Firma gelingt es nach wie vor nicht, die altbekannten Problemen in den Griff zu bekommen. Zwar waren bestehende Twitter-Mitglieder im vergangenen Quartal auf der Plattform aktiver, doch die Einstiegshürde für Neulinge ist zu hoch, der Dienst wirkt auf Nicht-Eingeweihte kompliziert und zu intellektuell.

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