Twitter
Verlust schrumpft, Nutzerzahl stagniert

Gute Nachrichten aus dem Hause Twitter: Höhere Werbeeinnahmen haben den Umsatz des Kurznachrichtendienstes angekurbelt und den Verlust schmelzen lassen. Doch es zeichnet sich ein Problem ab.

San FranciscoStillstand bei Twitter: Der US-Kurznachrichtendienst hat erstmals seit seinem Börsengang 2013 seine Nutzerzahl nicht gesteigert. Im Vergleich zum Vorquartal seien von Oktober bis Dezember weiterhin 320 Millionen Menschen im Schnitt monatlich aktiv gewesen, teilte das Unternehmen am Mittwoch nach Börsenschluss mit.

Die Stagnation dürfte weitere Zweifel schüren, ob Twitter noch die Kehrtwende schafft und dauerhaft wachsen kann. Der bereits deutlich größere Konkurrent Facebook hatte seine Nutzerzahl zu Dezember binnen Jahresfrist um 14 Prozent auf 1,59 Milliarden monatlich aktive Mitglieder gesteigert

Bei den Erlösen sah es trotz der Nutzerzahlen, die nicht vom Fleck kamen, besser aus. Dank höherer Werbeeinnahmen kletterte der Umsatz um rund 48 Prozent auf 710,5 Millionen Dollar. Vor allem das Video-Angebot wurde von Anzeigenkunden nachgefragt. Wegen höherer Marketingausgaben und Mitarbeiterkosten schrumpfte der Verlust lediglich auf 90,2 Millionen Dollar von 125,4 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum.

Die Twitter-Aktie hat in den zwölf Monaten zu Dienstag mehr als zwei Drittel ihres Werts verloren und ein Rekordtief von 14,32 Dollar erreicht. Der Ausgabepreis beim Börsengang 2013 hatte bei 26 Dollar gelegen. Am Mittwoch hatte sich der Kurs um mehr als vier Prozent erholt, war nachbörslich dann aber wieder um 1,3 Prozent gefallen.

Twitter-Chef und -Gründer Jack Dorsey hat eine Doppelrolle inne, die zuletzt immer wieder Spekulationen wegen Überlastung schürte. Er steht auch dem von ihm gegründeten Online-Bezahldienst Square vor, der erst kürzlich sein Börsendebüt feierte. Der Druck auf Dorsey dürfte nun noch steigen.

"Mit keinem Nutzerwachstum aber einer ansonsten guten finanziellen Performance hat Twitter immer noch nicht gezeigt, ob es von diesem beunruhigenden Punkt, nicht wachsen zu können, wegkommt", sagte Brian Blau vom Marktbeobachter Gartner. Zuletzt hatten einige hochrangige Manager das Unternehmen verlassen.

Dorsey will nun mit einer neuen Art, die Kurznachrichten anzuordnen, punkten. Dabei sollen Tweets prominenter platziert werden, für die Werbekunden bezahlt haben. .

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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