Udo Schneider in der Schweiz festgenommen
Erste Verhaftung im Infineon-Skandal

Im Korruptionsskandal bei Infineon hat es eine erste Verhaftung gegeben. Anderthalb Monate hatte Ruhe in der Affäre geherrscht.

HB MÜNCHEN. Der Chef der Schweizer PR-Firma BF-Consulting, Udo Schneider, sei bereits am 23. August in der Schweiz festgenommen worden, bestätigte ein Sprecher der Münchner Staatsanwaltschaft am Donnerstag einen Bericht von "Spiegel Online". Der Vorwurf gegen Schneider laute auf Bestechung im geschäftlichen Verkehr und Beihilfe zur Untreue, sagte der Sprecher. Derzeit laufe ein Auslieferungsverfahren. Einem beschleunigten Verfahren habe Schneider nicht zugestimmt.

Im Juli war der für das Speicherchip-Geschäft zuständige Infineon-Vorstand Andreas von Zitzewitz wegen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zurückgetreten. Zitzewitz und der ehemalige Infineon-Manager Harald Eggers sollen für die Vergabe und Aufrechterhaltung von Sponsoring-Verträgen im Motorsport Schmiergelder von BF Consulting erhalten haben. BF Consulting hatte die Motorsportaktivitäten von Infineon organisiert.

Der Skandal hatte Wellen bis in den Aufsichtsrat des Chipherstellers geschlagen. Im Moment prüft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young die internen Kontrollsysteme.

In der Affäre war auch Kritik am Vorsitzenden des Infineon-Aufsichtsrats, Max Dietrich Kley, laut geworden, der kurz vor dem Rücktritt des damaligen Infineon-Chefs Ulrich Schumacher im März 2004 von diesem Unterlagen mit Vorwürfen erhalten hatte, wonach Zitzewitz Schmiergeld angenommen haben soll. Interne und externe Überprüfungen hatten seinerzeit nach Unternehmensangaben ergeben, dass es dafür keine Anhaltspunkte oder Belege gebe.

Später geriet der Fall dann ins Visier der Staatsanwaltschaft, die Zitzewitz die Annahme von 259 000 Euro Schmiergeld vorwirft. Mitte Juli hatten die Ermittler die Infineon-Zentrale und mehrere Wohnungen durchsuchen lassen und anschließend erklärt, die Vorwürfe gegen den Infineon-Manager hätten sich erhärtet. Der Leiter der wichtigen Speicherchip-Sparte von Infineon trat kurz nach den Durchsuchungen von seinem Posten zurück. Daraufhin gerieten die Börsenpläne für den Geschäftszweig ins Stocken.

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