Über die Tochter Hansenet wollen die Italiener schnelle Internetanschlüsse in fünf weiteren Metropolen anbieten
Deutscher DSL-Markt lockt Telecom Italia

Die Telecom Italia (TI) will nach der erfolgreichen Übernahme des Hamburger Stadtnetzbetreibers Hansenet für 250 Mill. Euro die deutsche Tochtergesellschaft Schritt für Schritt zu einem nationalen Telekomanbieter ausbauen. „Hansenet ist ein guter Name, er wird nun eine nationale Marke“, sagte der Chef der TI-Festnetzsparte Telecom Italia Wireline, Riccardo Ruggiero, im Gespräch mit dem Handelsblatt.

MAILAND/FRANKFURT. Bislang ist der Stadtnetzbetreiber, der ein rund 1  000 Kilometer langes Glasfasernetz betreibt, ausschließlich im Stadtgebiet Hamburg und angrenzenden Ortsnetzen aktiv. Vom kommenden Jahr an will Telecom Italia breitbandige Internetdienste auch in Berlin, München, Köln, Frankfurt und Stuttgart anbieten, kündigte Ruggiero an.

Die geplante Ausweitung des Angebots ist Teil einer Offensive von TI, um speziell im europäischen Ausland Marktanteile im breitbandigen Internetmarkt zu gewinnen. „Telecom Italia hat die DSL-Vermarktung im Heimatmarkt massiv forciert und will im Ausland neue Wachstumsmärkte erschließen“, sagte Ralf Hallmann, Analyst bei der Berliner Bankgesellschaft. Um dieses Ziel zu erreichen, will Telecom Italia bis 2005 zwischen 500 und 600 Mill. Euro investieren.

Dabei setzt der Konzern in Deutschland jedoch nicht auf die Übernahme weiterer Stadtnetzbetreiber, sondern will DSL-Netzanschlüsse der Deutschen Telekom als Wiederverkäufer unter dem Markennamen „Hansenet“ vermarkten. In Hamburg kommt Hansenet laut Ruggiero mit mehr als 140  000 DSL-Kunden auf 35 Prozent Marktanteil. Insgesamt lag die Zahl der vermarkteten Netzanschlüsse Ende März bei 4,4 Millionen.

Der Markteintritt von Telecom Italia wird insbesondere die Internettochter der Deutschen Telekom, T-Online treffen. Denn neben Konkurrenten wie United Internet, Arcor, Freenet und Lycos Europe steigt nun erstmalig ein finanzstarker ausländischer Telekomkonzern in den Wettbewerb um DSL-Internetzugänge ein. Damit wird es auf dem wettbewerbsintensiven Markt für Breitbandinternet vor allem in den Ballungsräumen noch schwieriger werden. T-Com, die Festnetzsparte der Telekom, gewinnt mit Telecom Italia dagegen einen neuen Großabnehmer für DSL-Netzanschlüsse.

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