Über Erwartungen
Software AG steigert Gewinn um ein Drittel

Die Software AG ist mit Schwung in das neue Jahr gestartet. Deutschlands zweitgrößtes Softwarehaus konnte Gewinn und Umsatz stärker steigern als erwartet.
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Frankfurt Die Software AG ist dank Kostensynergien aus dem Zusammenschluss mit IDS Scheer schwungvoll ins neue Jahr gestartet. Das operative Ergebnis legte im ersten Quartal um 29 Prozent auf 60,2 Millionen Euro und damit stärker als erwartet zu. Auch im laufenden zweiten Vierteljahr dürfte die Software AG von der im vergangenen Jahr abgeschlossenen Übernahme profitieren: Die erfolgreiche Integration von IDS Scheer werde sich voraussichtlich im gesamten ersten Halbjahr stark positiv auswirken, sagte Konzernchef Karl-Heinz Streibich am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Zudem zog der Produktverkauf im Auftaktquartal an: Das wichtige Geschäft mit Lizenzen und Wartungen legte um zwölf Prozent zu.

Überdurchschnittliche Wachstumsraten verzeichnete die Software AG dabei in den USA, Brasilien und Deutschland. Vor allem im traditionellen Kerngeschäft mit Datenmanagement-Systemen (ETS) und im Beratungsgeschäft IDS Scheer Consulting sei die Nachfrage stärker als erwartet ausgefallen, kommentierte Analyst Oliver Finger von der DZ Bank.

Das Geschäft mit neuen Softwareprodukten zur Integration von Geschäftsanwendungen und -prozessen (BPE) habe im Rahmen der Erwartungen gelegen.

Die Anleger honorierten den guten Start ins Geschäftsjahr: Die im TecDax notierte Software AG-Aktie verteuerte sich um 4,2 Prozent auf 128 Euro. Die Anteilsscheine von SAP tendierten dagegen nahezu unverändert. Der Branchenprimus legt am Donnerstag Zahlen für das erste Quartal vor.

Positiv wirkte sich in den ersten drei Monaten auch die Wechselkursschwäche des Euro auf das Software AG-Ergebnis aus.

Dieser Vorteil werde sich in den kommenden Quartalen jedoch voraussichtlich nicht wiederholen, warnte das in Darmstadt ansässige Unternehmen. Der Konzernumsatz kletterte im Auftaktquartal um neun Prozent auf knapp 272,6 Millionen Euro.

Für das Gesamtjahr bekräftigte Streibich die Prognose, wonach der Gesamtumsatz währungsbereinigt um fünf bis sieben Prozent und das Ergebnis nach Steuern um zehn bis 15 Prozent steigen soll.

Die Nettoverschuldung sank im ersten Quartal um 45,6 auf 121,6 Millionen Euro, bis Jahresende will die Software AG schuldenfrei sein. Damit kann Streibich die Einkaufstour fortsetzen. Interessant seien dabei Technologie-Themen, etwa um die Angebote der Software AG im Bereich Cloud Computing nach vorne zu treiben, sagte der Firmenchef. Hier seien auch kleinere Zukäufe möglich. Das Unternehmen will mindestens die Hälfte seines Wachstums durch Akquisitionen erzielen und alle zwei bis vier Jahre auch eine größere Übernahme stemmen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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