Überhöhte Gebühren
Telegate will Telekom verklagen

70 Millionen Euro plus Zinsen will Deutschlands zweitgrößter Telefonauskunftanbieter Telegate vom Marktführer Deutsche Telekom zurück haben.

HB MÜNCHEN. „Klagegegenstand sind die deutlich überhöhten Gebühren für die Bereitstellung von Teilnehmerdaten für alternative Telefonauskunftsanbieter, welche die Deutsche Telekom seit der Marktliberalisierung im Jahr 1996 bis heute europarechtswidrig in Rechnung gestellt hat“, teilte das Münchener Unternehmen am Mittwoch mit. Noch in diesem Jahr werde Telegate vor dem Landgericht Köln Klage einreichen.

Vor dem Hintergrund eines Grundsatzurteils des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) zu einem ähnlichen Fall in den Niederlanden gab sich Telegate-Chef Andreas Albath optimistisch: „Wir sind schon recht zuversichtlich bei dem Thema.“ 70 Millionen Euro entsprechen etwa der Hälfte des Telegate-Jahresumsatzes 2003.

Telegate geht von einem langwierigen Verfahren aus und prüft zudem, ob Schadensersatzansprüche gegen die Telekom geltend gemacht werden können. Über eine weitere Klage werde die einst am Neuen Markt gelistete Gesellschaft „zeitnah“ entscheiden. „Ein solcher Anspruch könnte signifikant höher sein als der Anspruch, den wir noch in diesem Jahr geltend machen“, sagte Albath und ergänzte, ein Prozess sei auch in den USA möglich.

Die Deutsche Telekom wollte sich zu der Klage nicht direkt äußern. „Unsere Berechnungspraxis ist erst im vergangenen Jahr vom Bundeskartellamt geprüft und bestätigt worden“, sagte ein Sprecher aber. Auch sehe der Konzern in dem EuGH-Urteil, auf das sich Telegate beruft, keinen Widerspruch zum angewandten Verfahren.

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