Überkapazitäten
Druckereien belasten Gruner und Jahr

Große Probleme bei den eigenen Druckereien haben ein Loch in die Kasse von Europas größtem Zeitschriftenverlag Gruner und Jahr (G&J) gerissen. Das Unternehmen reagiert mit einem harten Schnitt.

HB HAMBURG. Der Umsatz fiel im Jahr 2007 um ein Prozent auf 2,83 Mrd. Euro. Der operative Gewinn ging um fast fünf Prozent zurück auf 264 Millionen.

Nach Angaben von Vorstandschef Bernd Kundrun gibt es im europäischen Druckmarkt eine Überkapazität von 15 Prozent, was die Erlöse drücke. Die Drucktochter Prinovis werde daher eine Druckerei in Darmstadt schließen, sagte er. Er bezifferte die Belastungen aus den Druckereien für 2007 auf 50 Mill. Euro.

Im Hauptgeschäft, den 300 Zeitschriften und diversen Onlineauftritten, liefen die Geschäfte laut Kundrun dagegen rund. Der Gewinn in diesem Geschäftsbereich habe um zwölf Prozent angezogen. Für das Jahr 2008 erwartet Kundrun steigende Umsätze und Gewinn im Gesamtgeschäft, obwohl bei den Druckereien noch Sanierungskosten anfielen.

In Deutschland hätten das wichtigste Blatt des Hauses, der „Stern“, sowie die übrigen großen Blätter wie „Brigitte“ oder „Eltern“ mehr Geld verdient und dem Konzern das beste Landesergebnis der Geschichte beschert. Bei der kürzlich komplett übernommenen „Financial Times Deutschland“ wurde der Durchbruch zu Gewinnschwelle auf das Jahr 2009 verschoben.

Das internationale Geschäft habe den operativen Gewinn sogar verdoppelt, vor allem wegen einer neuen Beteiligung in China.

Miteigentümerin Angelika Jahr-Stilcken kündigte bei der Bilanzpressekonferenz das Interesse ihrer Familie an, den Anteil am Verlagshaus zu erhöhen. Die Erben von Gründer John Jahr halten noch 25,1 Prozent am Verlag, der Rest gehört dem Medienkonzern Bertelsmann. „Ehe wir Gruner und Jahr verkaufen, werden wir lieber noch ein bisschen dazukaufen“, sagte Jahr-Stilcken, die im April ihren Posten als Vorstandsmitglied abgibt und in den Aufsichtsrat wechselt.

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