Übernahme des Berliner Verlags genehmigt
Kartellamt macht Weg für Finanzinvestoren frei

Der umstrittene Verkauf des Berliner Verlages an ausländische Finanzinvestoren hat den Segen der Wettbewerbshüter erhalten. Das Bundeskartellamt hat die Übernahme der Berliner Verlags durch das britisch-amerikanische Finanzkonsortium aus Veronis Suhler Stevenson International und Mecom genehmigt.

HB BONN. Der Zusammenschluss führe nicht zur Begründung oder Verstärkung marktbeherrschender Stellungen, teilte das Kartellamt am Freitag in Bonn mit. Von dem Zusammenschluss betroffen sind die Lesermärkte für Abonnement-Tageszeitungen, Straßenverkaufszeitungen und Stadtmagazine sowie der Anzeigenmarkt für Zeitungen im Raum Berlin.

Kartellamtspräsident Ulf Böge sagte am Freitag weiter: „Weder VSS noch Mecom sind direkt oder indirekt über Unternehmensbeteiligungen auf den relevanten Märkten tätig. Auch bestehen keinerlei Rückkaufsrechte oder Ähnliches zugunsten von Holtzbrinck.“

Der erstmalige Verkauf eines deutschen Verlags an ausländische Finanzinvestoren war auf heftige Kritik gestoßen. Die Gegner befürchten einen Arbeitsplatzabbau und den Verlust journalistischer Qualität, weil die neuen Besitzer vorrangig auf Profit aus seien. Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck veräußerte den Berliner Verlag, in dem die „Berliner Zeitung“ erscheint, auf Druck des Bundeskartellamts. Die Wettbewerbshüter sahen eine marktbeherrschende Stellung von Holtzbrinck in Berlin, weil der Verlag dort schon den „Tagesspiegel“ herausbringt.

Die Käufer betrachten die Akquisition nach eigener Auskunft als langfristiges Investment und wollen den Verlag wirtschaftlich stärken sowie die redaktionelle Qualität ausbauen. Der Kaufvertrag war Ende Oktober unterzeichnet worden. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart. Laut Presseberichten lag er bei mindestens 150 bis 160 Mill. Euro.

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