Übernahme genehmigt
Murdoch-Übernahme von BSkyB stet nichts mehr im Weg

Der Murdoch-Konzern News Corp wird BSkyB übernehmen. Durch den Verzicht auf den Fernsehsender Sky News konnte die britische Regierung zu dieser Genehmigung bewegt werden.
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LondonDie britische Regierung hat den Weg für eine Übernahme von BSkyB durch den Murdoch-Konzern News Corp geebnet. Der zuständige Minister Jeremy Hunt kündigte am Donnerstag eine Genehmigung an, nachdem sich News Corp im Gegenzug zum Verkauf seines britischen Fernsehsenders Sky News bereit erklärt hatte. Der Schritt ist ein Zugeständnis an Kritiker, die fürchten, dass News Corp zu viel Marktdominanz in Großbritannien erreichen könnte. Mit dem Segen der Regierung ist der Weg frei für konkrete Verhandlungen zwischen News Corp und BSkyB über Preis und andere Details, die in den nächsten Tagen beginnen dürften.

Bereits vor einem Jahr bot News Corp 700 Pence je Aktie für die 61 Prozent an BSkyB, die der Konzern noch nicht besitzt. Wegen wettbewerbsrechtlicher Bedenken hat sich das Vorhaben aber verzögert. Der Aktienkurs von BSkyB liegt mittlerweile bei 848 Pence. BSkyB hat einen Kaufpreis von mindestens 800 Pence gefordert.

Die Regierung beschloss den Angaben nach nun eine kurze Beratungsperiode für Maßnahmen, die eine journalistische Unabhängigkeit von News Sky News sicherstellen sollen. Sie vermeidet damit eine längere Untersuchung des Geschäfts, was den Zukauf hätte verteuern können.

Murdoch kontrolliert über News Corp bereits rund ein Drittel des britischen Zeitungsmarktes. Ihm gehören die Boulevardblätter „The Sun“ und „The News of the World“ sowie „The Times“. Das Unternehmen ist auch mit fast 50 Prozent an Sky Deutschland beteiligt. Trotz horrender Verluste steckte Murdoch mehrmals frisches Geld in das einst als „Premiere“ bekannte Unternehmen und hofft, dass seine deutsche PayTV-Tochter ein Mal ähnlich viel Geld abwirft wie BSkyB.

Das Bezahlfernseh-Geschäft ist für viele Medienkonzerne interessant, da es relativ stabil ist. Ganz anders verhält es sich bei den werbefinanzierten Sendern wie RTL oder ProSiebenSat.1, deren Einnahmen dem Auf und Ab der Konjunktur folgen. Deshalb bauen die beiden großen deutschen Fernsehgruppen eigene PayTV-Sender auf oder versuchen, ihre Zuschauer für ihre HD-Programme extra zur Kasse zu bitten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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