Übernahme geplatzt
Infineon sagt Aufsichtsratssitzung ab

Der Chiphersteller Infineon hat die für kommende Woche einberufene Aufsichtsratssitzung offenbar abgesagt: Eine zuvor erwogene "wichtige Übernahme" hat das Unternehmen Kreisen zufolge fallen gelassen, hieß es.

HB MÜNCHEN. Nach einer genaueren Buchprüfung beim Übernahmekandidaten entschied sich der Vorstand nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa aus Branchenkreisen gegen den Zukauf. Ein Infineon-Sprecher bestätigte am Freitagabend lediglich, dass eine für kommende Woche geplante Sondersitzung des Aufsichtsrates abgesagt worden sei. Den Kreisen zufolge sollten die Aufsichtsräte grünes Licht für die Akquisition geben. Offiziell hatte der Konzern kein Thema für die Sitzung genannt.

Die Finanzmärkte hatten zunächst eher skeptisch auf die Übernahmepläne bei Infineon reagiert. Akquisitionen werden in der Wirtschaft derzeit im Gegensatz zu früheren Jahren eher skeptisch beäugt. In den Branchenkreisen wurde aber betont, dass die Absage der Übernahme nichts mit den Reaktionen am Markt zu tun hätten. Das Unternehmen, das man ins Visier genommen hatte, sei nun doch nicht geeignet gewesen. Die Infineon-Aktie schloss am Freitag nach zeitweisen Kursgewinnen um knapp ein Prozent im Minus bei 12,16 €.

Konzernchef Ulrich Schumacher hatte die Spekulationen vor gut einer Woche selbst angeheizt. Er sagte, es werde in der Branche in Zukunft zahlreiche Gelegenheiten für Zukäufe geben. Infineon habe dafür eine milliardenschwere Kriegskasse. Die Absage werte der Konzern nun aber laut Branchenkreisen nicht als Rückschlag. Die Aufsichtsratssitzung sei eher prophylaktisch angesetzt worden.

Bei der von Infineon geplanten Übernahme handelte es sich laut Branchenkreisen nicht um die Halbleitersparte von Motorola. Der US- Konzern hatte die Abspaltung seines Chip-Bereichs angekündigt. Motorola will sich auf Fertigprodukte wie Handys sowie auf Mobilfunksysteme und andere Geschäftsbereiche konzentrieren.

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