Übernahme in der Schweiz
Springer breitet sich jenseits Deutschlands aus

Im Inland ist der Medienkonzern Axel Springer zuletzt mit der Übernahme von Pro Sieben Sat 1 am Kartellamt gescheitert. Nicht zuletzt deshalb setzt Springer seine Einkaufstour im Ausland fort. Nach Übernahmen in Polen und in der Türkei hat der „Bild“-Konzern nun das Schweizer Verlagshaus Jean Frey erworben. Es wird nicht der letzte Zukauf sein.

DÜSSELDORF/ZÜRICH. Das Geschäft gab Springer am Dienstag bekannt. Mit dem neuesten Zukauf für 87 Mill. Euro will Springer seine Marktposition in der Schweiz ausbauen. Der gemessen am Umsatz zehntgrößten Verlagsgruppe in der Schweiz ist vor allem mit dem führenden Wirtschaftsmagazin „Bilanz“, der zweiwöchentlichen Publikumszeitschrift „Beobachter“ und der Fernsehzeitschrift „TV Star“ stark. Für dieses Jahr erwartet Jean Frey nach Unternehmensangaben einen Umsatz von 44 Mill. Euro.

Springer ist in der Schweiz seit 1999 mit der Verlagsgruppe Handelszeitung präsent. Das 120 Mitarbeiter große Unternehmen verlegt neben der „Handelszeitung“ selbst auch das Börsenblatt „Stocks“ und die Fernsehzeitschrift „TV Digital“.

Springer-Chef Mathias Döpfner sagte zu dem Geschäft: "Wir übernehmen die drei Perlen der Schweizer Zeitschriftenlandschaft. Wir werden in der Schweiz eine Wachstumsstrategie einschlagen." Nach dem Kauf plant Springer nach eigenen Angaben, beide Schweizer Verlagshäuser zusammenzuführen. Der Verkauf von anderen Titel ist nach Angaben Döpfners nicht geplant Das fusionierte Unternehmen wird dann nach Einschätzung von Insidern auf einen Umsatz von rund 63 Mill. Euro kommen. Neuer Firmenchef soll Ralph Büchi werden, der bereits die Verlagsgruppe Handelszeitung leitet.

Beobachter rechnen damit, dass die Zahl der Titel kleiner wird. Neben den Fernsehzeitschriften dürften vor allem die beiden Wirtschaftstitel „Bilanz“ und „Stocks“ bald miteinander verschmelzen. Der bisherige Chef bei Jean Frey, der ehemalige Fernsehmoderator und FDP-Politiker Filippo Leutenegger, scheidet Ende des Jahres aus dem Unternehmen aus.

„Der Zukauf ist eine sinnvolle Investitionen, weil die Synergien zwischen beiden Verlagsgruppen erkennbar sind“, sagt Medienanalyst Michael Schatzschneider von der Commerzbank. Eine Springer-Sprecherin betonte, dass alle Titel des Verlagshauses Jean Frey „tiefschwarze Zahlen“ schreiben. "Ich bin Kapitalist aus Überzeugung", reibt sich Döpfner die Hände. Wie ein Mitarbeiter des Verlagshauses Frey jedoch gegenüber dem Handelsblatt sagte, sei die Bilanz jedoch allenfalls so gerade im Null-Bereich.

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