Übernahme
Jetzt zeigt auch Financial Times Interesse an Dow Jones

Der Medienkonzern Dow Jones ist eine wahre Perle: Immer neue Namen tauchen als Interessenten auf. Jetzt hat sich auch der Herausgeber der "Financial Times" gemeldet. Die Zeitung käme dann mit dem "Wall Street-Journal" aus einem Haus. Das Nachsehen hätte Rupert Murdoch.

HB NEW YORK/LONDON. Der britische "Financial Times"- Herausgeber Pearson sei derzeit in aktiven Gesprächen mit dem US-Mischkonzern General Electric über eine Übernahme des „Journal“-Mutterkonzerns Dow Jones, schrieb die „Financial Times“. Die Gespräche seien aber noch in einem frühen Stadium, es sei nicht sicher, ob es zu einem Angebot komme. Die Überlegungen seien die Antwort auf das milliardenschwere Gebot des Medienmoguls Rupert Murdoch für Dow Jones. Zu General Electric gehört bereits der Finanznachrichtensender CNBC. Der Konzern würde, wenn es zu einem Deal kommt, einen großen Teil der Übernahme finanzieren, schreibt die „FT“ unter Berufung auf gut informierte Kreise.

Murdoch will Dow Jones für fünf Milliarden Dollar (gut 3,7 Milliarden Euro) kaufen. Die Mehrheit der Familie Bancroft, die den Finanznachrichten-Spezialisten über ein System privilegierter Aktien mit Mehrfach-Stimmrechten kontrolliert, lehnte das Angebot zunächst ab. Die Bancrofts sorgen sich um die redaktionelle Unabhängigkeit im Falle einer Übernahme durch Murdoch. Sie haben mit ihm zwar bereits Gespräche aufgenommen, sich aber auch offen für andere Optionen gezeigt. Zudem ist die Gewerkschaft IAPE, die mehr als 2 000 Dow- Jones-Mitarbeiter vertritt, auf der Suche nach Investoren, um eine Übernahme durch Murdoch zu verhindern. Auf der Suche nach Partnern für eine Übernahme habe Pearson unter anderen auch beim beim Medienriesen Hearst vorgefühlt, berichtete die „FT“.

Es wäre zwar im Interesse sowohl der „Financial Times“ als auch von CNBC, Murdoch bei Dow Jones nicht zum Zuge kommen zu lassen, da die Kombination aus den bekannten Marken und den Milliarden des Medienbarons sie stark unter Druck setzen würde; unter anderem will Murdoch schon lange einen Wirtschafts-Fernsehsender aufbauen. Allerdings ist Murdochs Angebot schwer zu überbieten: Der Preis von 60 Dollar je Dow-Jones-Aktie bedeutet eine fantastische Prämie von 67 Prozent gegenüber dem Kurs vor Bekanntwerden der Pläne.

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