Übernahme
Kabel Deutschland will mehr

Groß ist nicht groß genug: Der Kabelnetz-Marktführer Kabel Deutschland (KDG) macht den beiden einzigen großen Konkurrenten Unitymedia und Kabel Baden unverhohlen Avancen.

HB MÜNCHEN. "Ein bundesweit operierender Kabelnetzbetreiber würde den Wettbewerb gegenüber den großen Telefongesellschaften auch im Interesse der Verbraucher fördern", sagte KDG-Chef Adrian von Hammerstein. Das Münchner Unternehmen versorgt derzeit 9,2 Mio. Haushalte in 13 Bundesländern mit Fernsehen, Breitband-Internet und Telefonanschlüssen. Einzig Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg fehlen auf der KDG-Netzkarte, da hier Unitymedia beziehungsweise KabelBW Alleinanbieter sind. "Wir wollen bei einer solchen Marktkonsolidierung eine führende Rolle spielen", ergänzte Hammerstein.

In einem ersten Anlauf war Kabel Deutschland 2004 an den Kartellbehörden gescheitert. Sie befürchteten ein Monopol bei der zukunftsträchtigen Kabel-Infrastruktur. Mittlerweile könnte sich die Einschätzung durch den Einstieg der Deutschen Telekom ins TV-Geschäft laut Branchenexperten aber geändert haben. Noch hat KDG einem Sprecher zufolge keine Kaufverhandlungen mit Unitymedia oder KabelBW aufgenommen und auch noch nicht wieder beim Kartellamt vorgefühlt. Hinter allen drei Firmen stehen Finanzinvestoren.

Im abgelaufenen Quartal drückten Abschreibungen auf die Investitionen in den Netzausbau und die Übernahmefinanzierung für die Kabelgesellschaft Orion das Münchner Unternehmen mit 22,3 Mio. Euro ins Minus, nach 3,1 Mio. Euro Gewinn im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz von KDG stieg um 15 Prozent auf 339 Mio. Euro. Für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr wird unverändert ein operatives Ergebnis von 550 Mio. Euro angepeilt. In den ersten sechs Monaten waren es bereits 277 Mio. Euro.

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