Übernahme
Le Monde gerettet

Das französische Traditionsblatt Le Monde existiert weiter. Neue Investoren nehmen 110 Millionen Euro in die Hand. Für die Journalisten der Zeitung bedeutet der Einstieg der Investoren eine historische Zäsur.
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HB PARIS. Ein weiteres Traditionsblatt scheint die Zeitungskrise zu überstehen. Der Rettungsplan für die traditionsreiche französische Tageszeitung "Le Monde" ist unter Dach und Fach. Das in schwere Finanznot geratene Blatt wird künftig von Investoren rund um den linken Kulturmäzen Pierre Bergé (79) kontrolliert. Die Hauptversammlung habe der dafür vorgesehenen Kapitalerhöhung zugestimmt, teilte die Zeitung am Dienstagabend mit. Die von Pierre Bergé, Xavier Niel und Matthieu Pigasse gegründete Gesellschaft Le Monde Libre wird künftig rund 60 Prozent der Anteile an der Gruppe halten. Das Trio investiert schätzungsweise 110 Mio. Euro.

Für die Journalisten der Zeitung bedeutet der Einstieg der Investoren eine historische Zäsur. Sie übten über die Redakteursgesellschaft SRM und ihre Partner bislang die Macht im Unternehmen aus. Mit dem Einstieg von Bergé und seinen Partnern wird der Kapitalanteil der Journalisten nun verwässert. Die Redaktion verliert erstmals die Kontrolle über die Zeitung. Bergé, der gemeinsam mit dem Bankier Pigasse und dem Gründer des Internetanbieters Free, Niel, antritt, will den Redakteuren allerdings ihre Freiheiten garantieren.

Die spanische Prisa-Gruppe, die bislang 15 Prozent an der Monde- Gruppe hielt, wird weiterhin über die Gesellschaft Le Monde Libre an der Zeitung beteiligt bleiben. Ein entsprechendes Abkommen wurde am Dienstag ausgehandelt. Andere Anteilseigner wie der Medienkonzern Lagardère wollen jedoch nicht an der Zeitung beteiligt bleiben.

Verantwortlich für die finanzielle Schieflage der 1944 gegründeten "Le Monde" ist unter anderem die jüngste Flaute auf dem Werbemarkt. Im vergangenen Jahr musste die Gruppe sich 25 Mio. Euro leihen. Bereits 2005 hatte sie sich knapp 70 Mio. Euro gepumpt.

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