Übernahme
Milliardengebot für dänische Telekomfirma TDC

Der dänische Telekomkonzern TDC steht zum Verkauf. Das Gebot der Finanzinvestoren liegt bei 10,2 Mrd. Euro. Die Konzernführung will den Aktionären die Annahme der Offerte vorschlagen. Auch die deutsche Firma Talkline könnte von dem Deal betroffen sein.

HB KOPENHAGEN. Die Nordic Telephone Company (NTC), ein von den Finanzinvestoren Apax, Blackstone, KKR, Permira und Providence gegründetes Konsortium, will den dänischen Telekomkonzern TDC für rund 10,2 Milliarden Euro übernehmen. Je Aktie böten die Investoren 382 dänische Kronen oder insgesamt 76 Milliarden Kronen, teilte TDC am Mittwoch in Kopenhagen mit. Dies entspricht einem Aufschlag von 5,5 Prozent gegenüber dem Schlusskurs von Dienstag. Die Führung des Telekomkonzerns will den Aktionären die Annahme der Offerte vorschlagen. Die Offerte des Finanzkonsortiums stellt einen leichten Zuschlag gegenüber dem Schlusskurs von Dienstag dar.

Bereits seit längerem wurde über eine Übernahme von TDC spekuliert. Laut Angaben aus Kreisen war auch ein weiteres Finanzkonsortium sowie Swisscom an dem Unternehmen interessiert. Allerdings sprach sich die Schweizer Regierung gegen die geplante Auslandsexpansion von Swisscom aus und blockierte damit eine mögliche Gegenofferte.

Die TDC-Führung hatte sich in der Vergangenheit wiederholt für eine Übernahme durch ein anderes Telekommunikationsunternehmen ausgesprochen, um ihren Kurs fortzusetzen. Die Finanzinvestoren sicherten am Mittwoch zu, die bestehende Strategie von TDC fortzuführen. Eine Zerschlagung des Unternehmens wäre damit vom Tisch.

TDC ist sowohl im Festnetz- als auch im Mobilfunkgeschäft aktiv und verfügt über eine Reihe von Tochtergesellschaften in Europa. So gehört unter anderem der in Elmshorn bei Hamburg angesiedelte Mobilfunkprovider Talkline den Dänen. Im vergangenen Jahr kam der Konzern auf einen Umsatz von 5,86 Milliarden Euro und einem Überschuss von 1,18 Milliarden Euro.

NTC prüft einen möglichen Verkauf der internationalen Aktivitäten der TDC A/S mit Ausnahme der Geschäfte in Nordeuropa und der Schweiz. Dies gelte, falls das Übernahmeangebot für die dänische Telekomgesellschaft Erfolg haben sollte, sagte Richard Wilson von Apax Partners Worldwide in einer Telefonkonferenz.

Darüber werde mit der Geschäftsführung gesprochen. Analysten erwarten, dass die TDC-Übernahme mit dem Verkauf der internationalen Aktivitäten außerhalb Nordeuropas teilweise finanziert werden kann. Davon wären unter anderem die Geschäfte in Deutschland, Polen und Litauen betroffen. Einige befürchten auch die Abspaltung des lukrativen Kabelgeschäfts in Dänemark. NTC dementierte am Mittwoch dagegen Pläne für eine Aufspaltung der dänischen Aktivitäten und betonte, die Kombination aus Kabelgeschäft, Breitband- Internet, Mobilfunk und Festnetz als eine der Stärken des Unternehmens.

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