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Übernahme: Murdoch muss weiter um BSkyB kämpfen

Die News Corp. des Medienmoguls will den britischen Bezahlsender komplett übernehmen und vom Werbemarkt unabhängiger werden. Der Fernsehsender besitzt den Großteil der Rechte für Spiele der englischen Fußball-Liga Premier League. Doch der Australier Murdoch blitzte mit seinem Angebot vorerst ab.

Wies das Angebot von Murdoch zurück: Der britische Bezahlsender BSkyB. Quelle: Reuters
Wies das Angebot von Murdoch zurück: Der britische Bezahlsender BSkyB. Quelle: Reuters

HAMBURG/LONDON. Erst hat Rupert Murdoch es mit 675 Pence je Aktie versucht, dann hat der Medienunternehmer seine Offerte für den britischen Bezahlsender BSkyB auf 700 Pence je Anteilsschein nachgebessert. Doch auch damit ist der Australier abgeblitzt. BSkyB forderte mindestens 14 Prozent mehr pro Anteilsschein – also 800 Pence.

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Murdochs Medienkonzern News Corp. will den britischen Marktführer unter den Bezahlsendern komplett übernehmen, um seine Abhängigkeit vom instabilen Werbemarkt zu verringern. Für jene 61 Prozent der Unternehmensanteile, die ihm noch nicht gehören, will der Australier bisher fast acht Mrd. Pfund zahlen. Das entspricht einem Aufschlag von 17 Prozent auf den Schlusskurs von Montag und bewertet das Unternehmen mit insgesamt 12,3 Mrd. Pfund. Die Aktie von BSkyB kletterte am Dienstag um bis zu 22 Prozent. Das war der größte Kurssprung in mehr als zehn Jahren.

Eine komplette Übernahme des Senders wäre einer der größten Zukäufe in der Geschichte von News Corp. Zu dem Konglomerat gehören die US-Wirtschaftszeitung „Wall Street Journal“ und die britische „Times“. BSkyB hat fast zehn Millionen Abonnenten und hat im ersten Quartal dieses Jahres 286 Mio. Pfund Gewinn erwirtschaftet. Der Fernsehsender besitzt den Großteil der Rechte für Spiele der englischen Fußball-Liga Premier League. Murdochs Sohn James ist Vorsitzender des Verwaltungsrats. Nach Angaben des Unternehmens hält er sich aber aus den Verhandlungen raus.

Beide Seiten haben vereinbart, dass News Corp. ausloten wird, unter welchen Bedingungen die Wettbewerbsbehörden dem Geschäft zustimmen würden. Das könnte bis zu einem Jahr dauern. Bis dahin will der Konzern auf eine feindliche Übernahme verzichten. „Wenn klar ist, dass die Aufseher grünes Licht für diesen Deal geben, wird eine verbindliche Offerte von News Corp. folgen“, hieß es aus dem Umfeld. Ginge der Konzern auf die Forderungen von BSkyB ein und würde sein Gebot auf 800 Pence je Aktie erhöhen, müsste News Corp 8,5 Mrd. Pfund zahlen und wohl einen Kredit aufnehmen. News Corp. hat derzeit Cash-Reserven von knapp 5,6 Mrd. Pfund. Auch die Aktien von Sky Deutschland sind am Dienstag gestiegen – um bis zu 19 Prozent auf 1,62 Euro. Im Dezember 2009 hatte News Corp. die Beteiligung an Sky Deutschland, dem größten deutschen Bezahlfernseh-Anbieter, auf mehr als 45 Prozent erhöht.

Ratingagenturen reagierten gelassen auf die Pläne des Unternehmens. News Corp. sei in der Lage, den Deal zu schultern, ohne sein Rating aufs Spiel zu setzen, hieß es in einer Studie von Moody's.

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