Übernahme
Nachrichtenagentur DDP kauft AP

Auf dem hart umkämpften deutschen Nachrichtenmarkt entsteht ein neues Agenturschwergewicht. Nach monatelangen Verhandlungen übernimmt die Berliner Agentur DDP den deutschen Dienst des Konkurrenten AP - und startet damit den Angriff auf Marktführer dpa.
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MÜNCHEN. Die Berliner Agentur DDP übernimmt den deutschen Dienst des Konkurrenten AP. Dafür werde ein „mittlerer zweistelliger Millionenbetrag“ auf den Tisch gelegt, sagte ddp-Miteigentümer Martin Vorderwülbecke gestern. Der Deal umfasse auch die AP-Töchter in Österreich und der Schweiz.

Die 110 fest angestellten Mitarbeiter würden übernommen. Beide Agenturen zusammen haben 250 Redakteure. Erklärtes Ziel sei es, Marktführer Deutsche Presse-Agentur (DPA) Kunden abzunehmen, sagte Vorderwülbecke. DDP sei bereits mit vielen Zeitungsverlagen im Gespräch.

Wegbrechende Anzeigenumsätze und die Abwanderung der Leser ins Internet haben viele Medienhäuser unter Druck gebracht. Um die Kosten zu senken, wollen einige auch ohne dpa auskommen. Genau diese Verlage sollen laut Vorderwülbecke mit günstigeren Preisen zu DDP/AP gelockt werden.

Nach der Übernahme sollen im neuen Konzern voraussichtlich bis zu 15 Stellen gestrichen werden, vorrangig in der Verwaltung, erläuterte der Manager, dem DDP zusammen mit Peter Löw gehört. An eine Zusammenlegung der beiden Dienste sei vorerst nicht gedacht. „AP ist eine eigenständige Agentur mit einem eigenständigen Profil, das wir erhalten wollen“, sagte er. Zudem sei AP „nachhaltig profitabel“ und müsse nicht saniert werden. Genau das betreiben Vorderwülbecke und Löw in ihrem zweiten Job bei der Beteiligungsfirma BluO. Sie kaufen angeschlagene Unternehmen günstig, bauen die Firmen um und verkaufen sie später.

Als Teil des Deals erwirbt DDP auch die Lizenz, sämtliche Inhalte des mehrsprachigen internationalen AP-Dienstes zu nutzen, für den rund 3 000 Journalisten in 250 Büros weltweit arbeiten. Die Verkaufsverhandlungen zwischen Löw, Vorderwülbecke und der AP-Zentrale in New York hatten sich wegen des komplexen Lizenzabkommens über Monate hingezogen. Reuters

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