Übernahme
Saban trägt Risiko bei Pro-Sieben-Sat1-Verkauf

Medienunternehmer Haim Saban droht eine herbe Niederlage. Sollte das Bundeskartellamt ein Veto gegen die geplante Übernahme der Sendergruppe Pro Sieben Sat 1 durch Axel Springer („Bild“, „Hörzu“) einlegen, müssen der Medienmilliardär und seine Investorengruppe den Fernsehkonzern wieder zurücknehmen.

DÜSSELDORF. „Das Kartellrisiko liegt bei Saban und seinen Partnern. Das war Bedingung für den Kaufvertrag“, erfuhr das Handelsblatt aus Springer-Kreisen. Die Saban-Group sagte auf Anfrage nur: „Kein Kommentar“. Springer und Saban hatten Anfang August den Verkauf der Sendergruppe an den „Bild“-Konzern bekannt gegeben.

Für Springer kommt es am Montag heute vor der Medienkommission KEK zur Nagelprobe. Konzernchef Mathias Döpfner will persönlich Überzeugungsarbeit leisten. An der Anhörung nehmen Vertreter von Springer, Pro Sieben Sat 1 und die Chefs der Landesmedienanstalten teil. Im Lauf des Tages wird eine Vorentscheidung erwartet. Die Übernahme stieß bereits beim Kartellamt auf Ablehnung. Die Behörde befürchtet, dass sich nach einer Fusion die marktbeherrschende Stellung Springers auf dem Fernsehwerbemarkt, bei den Straßenverkaufszeitungen und auch im Anzeigengeschäft verstärkt.

Für Saban käme das mögliche Scheitern am Widerstand des Kartellamts und der Medienkommission KEK höchst ungelegen. Denn der Verkauf an Springer für insgesamt 2,5 Mrd. Euro wäre ein höchst lukrativer Deal gewesen. Saban hätte seinen persönlichen Einsatz innerhalb von zwei Jahren verdreifacht. Wie Unternehmenskreise berichten, hält es sich Saban jetzt wieder offen, ob er nach einer Ablehnung durch das Kartellamt direkt einen neuen Käufer sucht oder die Beteiligung noch einige Zeit behält. Vor dem Deal mit Springer hatten NBC Universal, Disney und die Verlagsgruppe Bauer einen Einstieg geprüft.

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