Übernahme
SAP kauft Online-Software zu

Mit internetbasierter Software will SAP zurück auf die Erfolgsspur. Durch den Kauf des kleinen Spezialisten Coghead greift der Konzern auf externe Expertise zurück. Technologie und Mannschaft sollen die Probleme in der Entwicklung der hauseigenen Software lösen.

FRANKFURT. Der Softwarekonzern SAP setzt im Zukunftsgeschäft mit internetbasierter Software auf Erfahrung von außen. Das Unternehmen hat für einen nicht genannten Preis die Technologie sowie die Mannschaft der kleinen US-Firma Coghead erworben. Man werde die Technologie nicht weiter vertreiben, sondern intern für die eigenen Produkte nutzen, erklärte eine Sprecherin von SAP auf Anfrage.

Coghead hat eine Technologie-Plattform entwickelt, mit deren Hilfe es möglich ist, einfach und schnell sogenannte SaaS-Software (Software-as-a-Service) zu entwickeln. Angaben zu Umsatz und Ergebnis der US-Firma liegen nicht vor. Allerdings zeichnete sich schon länger ab, dass das Unternehmen zu klein war, um alleine überleben zu können. Deshalb hatte das Management von Coghead die Geschäftstätigkeit vor wenigen Tagen eingestellt. Nun wechseln das Personal sowie die Technologie zu SAP.

In welchem Zusammenhang der Zukauf mit dem SAP-Sorgenkind „Business-By-Design“ steht, ist nicht ganz klar. Die für mittelständische Unternehmen gedachte Software, die über das Internet genutzt werden kann, bereitet dem Walldorfer Konzern seit Monaten Kopfzerbrechen. Nach Handelsblatt-Informationen gibt es mittlerweile auch im Unternehmen erhebliche Zweifel, ob das Produkt in seiner jetzigen Form auf den Markt kommen kann.

SAP verneint eine direkte Verbindung zwischen der Übernahme und der Mittelstandssoftware, räumt allerdings die grundsätzlich große Bedeutung von Coghead für das Thema Online-Software ein. „Die Transaktion zeigt, wie wichtig die SaaS-Technologie für SAP ist. Das ist für uns ein klarer Wachstumsmarkt“, sagte eine Sprecherin. Vishal Sikka, der Chef-Technologe (CTO) von SAP, schrieb gestern in seinem unternehmensinternen Blog: „Cogheads geistiges Eigentum und Erfahrung werden SAP bei zahlreichen Themen unserer SaaS-Technologie helfen.“ Auch wenn nur neun Mitarbeiter in sein Team wechselten, käme dadurch eine marktführende Technologie zu SAP, so Sikka weiter.

Marktforscher sehen in dem Zukauf denn auch einen richtigen und wichtigen Schritt. „Vor dem Hintergrund der technischen Unzulänglichkeiten von Business-By-Design ist so eine smarte und gut bedienbare Entwicklungsplattform kein schlechtes Instrument“, glaubt Alexander Kubsch von der Beratungsfirma Techconsult.

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