Übernahme Sky Deutschland: Murdoch glaubt an das Bezahlfernsehen

Übernahme Sky Deutschland
Murdoch glaubt an das Bezahlfernsehen

Medienmogul Rupert Murdoch übernimmt die Mehrheit an Sky Deutschland. News Adelaide wird künftig 54,4 Prozent am Pay-TV-Sender halten. Dieser sichert sich indes weitere Kredite, um die Bundesligarechte zu finanzieren.
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Frankfurt
Medienmilliardär Rupert Murdoch kauft sich fünf Jahre nach seinem Einstieg bei Sky Deutschland nun auch die Mehrheit des Bezahlsenders. Der 81 Jahre alte Unternehmer übernimmt über eine Tochter seines Medienimperiums News Corp. für knapp 400 Millionen Euro weitere Anteile des nach wie vor in den roten Zahlen steckenden Konzerns. Er sichert dem ehemaligen Pay-TV-Sender Premiere zudem einen Bankkredit ab und verlängert ein Gesellschafterdarlehen, wie Sky am Montag mitteilte.

Damit wird Murdochs mittelbarer Anteil von knapp unter 50 nun auf 54,5 Prozent steigen. News Corp. hatte sich Anfang 2008 zunächst mit knapp 15 Prozent am späteren Sky Deutschland beteiligt. „Unsere neue langfristige Finanzstruktur gibt uns nun die Möglichkeiten und den Spielraum, Sky als Unternehmen weiter zu entwickeln und unsere Strategie umzusetzen“, sagte Sky-Chef Brian Sullivan am Montag.

Sullivan hatte dem Konzern vergangenes Jahr für fast 2 Milliarden Euro für drei weitere Spielzeiten die Rechte an der Bundesliga gesichert und dabei die Deutsche Telekom ausgestochen. Inzwischen hat Sky allerdings eine Partnerschaft mit der Telekom geschlossen, mit der Sky auch Zugriff auf die Pay-TV-Kunden der Telekom bekommt. Auch mit Kabel Deutschland schloss Sullivan eine Vertriebspartnerschaft.

Angesichts der Entwicklung bei Sky kommt die Mehrheitsübernahme durch Murdoch nicht unerwartet - und gilt in der Branche als Zeichen, wie sehr der Medienmogul an den Erfolg des Bezahlfernsehens in Deutschland glaubt. Nachdem das Münchner Finanzamt im November entschieden hatte, dass milliardenschwere Steuergutschriften des Unternehmens bei einer möglichen Übernahme nicht verfallen, wurde immer wieder über diesen Schritt spekuliert.

Auf dem Weg in die schwarzen Zahlen war Sky Deutschland zuletzt deutlich vorangekommen. Der Bezahlsender hat seit der Gründung fast nur Verlust gemacht. Mittlerweile erholt sich Sky unter der Führung des seit 2010 amtierenden Sullivan aber deutlich. Die Zahl der Kunden wuchs 2012 kräftig um 12 Prozent auf fast 3,4 Millionen. Im zweiten und dritten Quartal verdiente der Sender zumindest operativ sogar Geld, auch wenn unter dem Strich die Zahlen rot blieben.

Noch offen ist, ob Sky auch im gesamten Jahr vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen möglicherweise einen Gewinn verbuchen konnte. Die Bilanz für 2012 legt der Sender Ende Februar vor. Für 2013 ist ein operativer Gewinn das erklärte Ziel. Wann auch unter dem Strich Geld in den Kassen der Münchner bleibt, ließ Sullivan bisher stets offen. Wenn das aber irgendwann der Fall sein sollte, wird Murdoch dank des höheren Anteils auch mehr davon haben.

 




Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Übernahme Sky Deutschland: Murdoch glaubt an das Bezahlfernsehen"

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  • Zuersteinmal sei gesagt, dass Murdoch seine politische Haltung nicht in den Vordergrund stellt. Was er nämlich in den Vordergrund stellt sind seine geschäftlichen Interessen. Und so unterstützte er in GB jahrelang die Labour-Partei, um danach zu den Konservativen umzuschwenken. Natürlich nicht, ohne dass dies mit irgendwelchen Vorteilen behaftet wäre.

    Und der (zurecht) gescholtene Sender Fox News macht vor allem eines: riesige Gewinne. Des Weiteren muss man dazu sagen, dass es in den USA genauso wie mit Fox News am rechten Rand es auch Newssender am linken Rand gibt, die die Wahrheit in ihrem Sinne verfälschen. Der letzte Sender zwischen den Lagern ist CNN, der gerade in einer großen Krise steckt.

    Gleichzeitig ist die News Corp. auch Heimat von Sky News und der Serien Family Guy und den Simpsons, die sich eher kritisch mit den kolportierten Meinungen von Fox News beschäftigen.

    Und mit Sky TG24 in Italien gibt es dort auch eine wohltuende Konkurrenz zu den Berlusconi-Sendern.

    Zu guter Letzt ist außerdem fragwürdig, inwiefern ein Film- und Bundesligasender eine Gefahr für Deutschland darstellen kann.

  • Den Titel als "Medienzar" macht er aller Ehre. B. Giertz hat völlig Recht. Die meisten sind sich nicht bewusst, wen sie mit ihren Beiträgen finanzieren. Murdoch, der Medien auf vielen Teilen der Erde besitzt und diese missbraucht um seine extrem konservativen, Anti-Deomkraten, anti-islamischen,Pro- Irakkrieg Attitude via Medien zu übermitteln und Rezipienten beeinflusst.Ein Mann der eine strikte innere Zensur in seinen Medienhäusern anordnet. Aber keiner sieht die Gefahr ?

  • Ist schon seltsam.
    Wenn's (egal warum) gegen die Politiker geht.
    Lese ich hier immer mindestens 10 empörte Kommentare.
    Aber wenn jemand, der in den USA einen Lügen- + Propaganda Sender wie Fox-News finanziert, nun auch noch hier in Deutschland Fuß fassen will - Nix ??? !

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