Übernahme vollzogen
Pixar jetzt in Disney-Hand

Der amerikanische Medien- und Unterhaltungskonzern Walt Disney hat die Übernahme des Zeichentrickfilm-Studios Pixar vollzogen. Dies hat Disney am Freitag nach Börsenschluss mitgeteilt.

HB BURBANK. Die Pixar-Aktionäre erhalten 2,3 Disney-Aktien je eigenen Anteil. Die Pixar-Aktien wurden zum Börsenschluss bei einem Kurs von 67,69 Dollar mit insgesamt 8,1 Milliarden Dollar (6,36 Milliarden Euro) bewertet. Der Gründer des Computerkonzerns Apple und Pixar-Firmenchef, Steve Jobs, ist in den Disney-Verwaltungsrat eingezogen. Jobs hielt 50,6 Prozent der Pixar-Aktien. Er wird jetzt mit rund sieben Prozent der Disney-Aktien größter Einzelaktionär. Jobs hatte Pixar nach dem Kauf der Computer-Grafik-Sparte der Lucasfilm im Jahr 1986 für nur zehn Millionen Dollar erworben und zu einem der lukrativsten Filmstudios gemacht. Er macht momentan bei Apple Computer mit den iPod- Musikplayern sowie dem Online-Musikdienst und mit neuen Macintosh-PCs Furore.

Jobs könnte nach Ansicht von Branchenkennern mit seinen Kenntnissen der Film-, Computer-, Internet- und Musikbranche eine Schlüsselrolle bei dem Unterhaltungsriesen Disney spielen und ihm neue Impulse geben. Disney kontrolliert Filmstudios, Freizeitparks, Kabelfernseh-Kanäle und die riesige US-Fernsehgesellschaft ABC. Disney-Konzernchef Robert A. Iger verwies auf die 15-jährige Partnerschaft zwischen Pixar und Disney. Pixar gilt neben Dream Works Animation als das erfolgreichste Zeichentrickfilm-Studio aller Zeiten. Pixar-Filme wie „Toy Story“, „Findet Nemo“ und „Die Unglaublichen“ waren Kassenschlager und hatten jeweils Hunderte von Millionen Dollar eingespielt. Pixar hat insgesamt 20 Oscars gewonnen. Iger (54) hatte sich auch Pixar gesichert, um die ins Hintertreffen geratene Zeichentrickfilm-Sparte von Disney mit einem dynamischen und erfolgreichen Spezialstudio zu ergänzen. Pixar- Präsident Ed Catmull wird Präsident der Zeichentrickfilmstudios von Pixar und Disney. Der legendäre Zeichentrickfilm-Spezialist John Lasseter von Pixar wird kreativer Chef dieser Studios.

Disney hatte zahlreiche Pixar-Filme vertrieben und mitfinanziert, doch drohte das Abkommen mit dem bevorstehenden Zeichentrickfilm „Cars“ zu enden. Jobs hatte vor zwei Jahren angekündigt, nach Vertragsende mit Disney einen neuen Vertriebspartner suchen zu wollen. Damals gab es ein gespanntes Verhältnis zwischen Jobs und dem früheren Disney-Chef Michael Eisner. Dessen Nachfolger Iger konnte das Verhältnis zu Jobs wieder verbessern. Disney will nicht nur von neuen Pixar-Filmen profitieren, sondern kann zukünftig auch die Zeichentrick-Filmfiguren von Pixar in seinen Freizeitparks und im Fernsehen verwenden. Die Disney-Aktien zogen am Freitag um 2,43 Prozent auf 29,09 Dollar und lagen damit auf Zwölfmonats-Hoch.

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