Übernahme von 90 Prozent
SPD-Holding schnappt sich „Frankfurter Rundschau“

Die SPD beteiligt sich über ihre Holding DDVG an der finanziell angeschlagenen Tageszeitung „Frankfurter Rundschau“. Zur Sanierung sollen etwa 250 der derzeit rund 1000 Vollzeit-Stellen gestrichen werden.

HB FRANKFURT/MAIN/HAMBURG. Nach sechswöchigen Verhandlungen unterzeichneten die Karl-Gerold-Stiftung als Eigentümerin des überregionalen linksliberalen Blattes und die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft GmbH (DDVG/Hamburg) die entsprechenden Verträge zur Übernahme von 90 Prozent der "Rundschau". Die Vereinbarung stehe noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Kartellamts. Zum Kaufpreis wurde von beiden Seiten Stillschweigen bewahrt. Die Schulden der „FR“ (Auflage: rund 182 000) werden auf rund 70 Mill. € geschätzt.

Die SPD-Holding bezeichnete die Entscheidung als „Beitrag zur Sicherung der Pressevielfalt in Deutschland“. Man habe sich erst zum Einstieg entschlossen, nachdem Gespräche der „FR“ mit anderen Zeitungsverlagen ergebnislos geblieben seien. Die DDVG betonte, man wolle nicht dauerhaft Mehrheitsgesellschafterin bleiben und sei offen für die Beteiligung anderer Verlagshäuser. Die Intention des „FR“- Stifters Karl Gerold, mit dem Blatt eine überregionale, unabhängige und linksliberale Zeitung herauszugeben, sei im Gesellschaftsvertrag des Unternehmens verankert worden.

DDVG-Geschäftsführer Jens Berendsen sagte, der Vertragsabschluss sei nur durch die weiteren Zugeständnisse der „FR“-Belegschaft und durch durch Zugeständnisse der Kredit- und Leasinggeber erreicht worden. In Übereinstimmung mit Betriebsrat und Gewerkschaft solle der Personalbestand weiter auf 750 Vollzeitstellen reduziert werden. Bis Ende des Jahres wird die Zahl der „FR“-Beschäftigten in Verlag und Druckhaus unter 1000 liegen - das sind rund 40 % weniger als 2002.

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