Übernahme von Aperto

IBM kauft Digitalwissen in Berlin

Big Blue geht auf großen Einkaufszug: IBM übernimmt die deutsche Digitalagentur Aperto. Es ist nicht der erste Zukauf in diesem Jahr und wird auch nicht der letzte sein – der Konzern richtet sich so neu aus.
Smart beraten: IBM verstärkt sein Beratungsgeschäft mit einem Zukauf in Berlin. Quelle: dpa
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Smart beraten: IBM verstärkt sein Beratungsgeschäft mit einem Zukauf in Berlin.

(Foto: dpa)

DüsseldorfIBM versucht gerade, sich neu zu erfinden. Viele Ideen findet der Konzern außerhalb der eigenen Organisation – etwa in Berlin: Big Blue will die Digitalagentur Aperto samt ihrer mehr als 300 Mitarbeiter übernehmen. Sie werde Teil der Beratungssparte Interactive Experience (IX), erklärten die Unternehmen am Dienstag. Wie viel der Deal kostet, teilten sie nicht mit. Die Zustimmung der Aufsichtsbehörden steht noch aus.

Der US-Konzern richtet sich derzeit neu aus. Das traditionelle Geschäft mit Hardware und Software schwächelt, die Umstellung aufs Cloud-Computing fällt dem Traditionskonzern schwer. Sein Umsatz schrumpft seit fast vier Jahren, im letzten Geschäftsjahr um 12 Prozent auf 81,7 Milliarden Dollar. Der Zukauf soll das margenstarke Beratungs- und Dienstleistungsgeschäft stärken.

Hier ist IBM eine große Nummer: IX ist nach Einschätzung des Fachmagazins Advertising Age die größte Digitalagentur der Welt. Sie berät Kunden bei der Digitalstrategie, hilft ihnen aber beispielsweise auch bei der Entwicklung und Gestaltung von Websites und App. So konzipierte die Agentur den Auftritt des Tennisturniers in Wimbledon, samt statistischer Auswertungen mithilfe der Künstlichen Intelligenz Watson, die bei IBM in zahlreichen Produkten zum Einsatz kommt.

Mit Aperto stärkt IBM gezielt das Geschäft. Das Berliner Unternehmen, 1995 gegründet, gilt als eine der ersten Digitalagenturen in Deutschland. Heute zählen Firmen wie Airbus, VW und Siemens zu den Kunden. Der Umsatz betrug im Jahr 2013 laut Unternehmenregister 17 Millionen Euro, aktuellere Zahlen liegen nicht vor. Mit der Agentur übernimmt IBM die Kunden, die Geschäfte von Aperto sollen unter dem bekannten Namen weiterlaufen.

Die 10 führenden IT-Dienstleister Deutschlands
Platz 10: Dimension Data
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Auf dem zehnten Platz landet Dimension Data (unser Bild zeigt die Firmenbroschüre) mit einem Umsatz von 440 Millionen Euro (2013: 224 Millionen). Die Zentrale des globalen Unternehmens liegt im südafrikanischem Johannesburg, in Deutschland ist Bad Homburg der Hauptstandort.

Das Managementberatungs-Unternehmen Lünendonk hat die zehn führenden IT-Service-Unternehmen in Deutschland zusammengestellt. Dazu hat es den Umsatz von mehreren Branchenvertretern im Jahr 2014 verglichen.

Platz 9: BWI Informationstechnik
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Auf Rang neun liegt die BWI Informationstechnik mit 643 Millionen Euro Umsatz (2013: 642 Millionen). Die Gesellschaft mit Rechtsform GmbH wurde im Jahr 2006 von Bundeswehr (49,9 Prozent Anteil), Siemens (50,05 Prozent) und IBM (0,05 Prozent) gegründet, um die nichtmilitärische Informations- und Kommunikationstechnik der Bundeswehr zu betrieben und zu modernisieren. Die BWI hat ihren Firmenhauptsitz in Meckenheim (Bild).

Platz 8: Fiducia
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Die Fiducia besetzt mit einem Erlös von 734 Millionen Euro den achten Rang (2013: 733 Millionen). Das Kerngeschäft der 1924 gegründeten Aktiengesellschaft sind IT-Dienstleistungen für Volksbanken und Raiffeisenbanken. Unter anderem betreibt die Fiducia ein Hochsicherheits-Rechenzentrum im Raum Karlsruhe (Bild).

Platz 7: GAD eG
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Auf Platz sieben liegt die GAD eG mit einem Umsatz von knapp 774 Millionen Euro (2013: 761 Millionen). In IT-Fragen betreut sie Volks- und Raiffeisenbanken, Zentralinstitute sowie weitere Unternehmen in der genossenschaftlichen FinanzGruppe, etwa Schwäbisch Hall, Union Investment und R+V. Ihren Firmensitz hat die eingetragene Genossenschaft in Münster (Bild).

Platz 6: Atos
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Auf Rang sechs landet Atos (unser Bild zeigt die Homepage des Unternehmens) mit einem Erlös von 992 Millionen Euro (2013: 1,1 Milliarden). Die als Societas Europae registrierte Firma bedient unter anderem Kunden aus den Bereichen Verteidigung, Finanzdienstleistungen, produzierendes Gewerbe und Medien.

Platz 5: HP
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Hewlett Packard Deutschland Services erwirtschaftete 1,34 Milliarden Euro, das entspricht dem fünften Rang (2013: 1,37 Milliarden). Die Zentrale der US-Firma liegt im kalifornischen Palo Alto (Bild), die deutsche Hauptniederlassung befindet sich in Böblingen.

Platz 4: Computacenter
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Computacenter belegt mit einem Erlös von 1,45 Milliarden Euro Platz vier (2013: 1,5 Milliarden). Das Unternehmen berät Organisationen hinsichtlich ihrer IT-Strategie. Zudem errichtet und betreibt es Netzwerk- und Rechenzentren. Die deutschen Geschäftstellen der britischen Firma befinden sich in Kerpen, Berlin und Ratingen.

Der US-Konzern erhält mit dem Zukauf außerdem einen besseren Zugang zum deutschen Markt. „Die Übernahme reflektiert die Chancen in Deutschland als der stärksten Wirtschaft in Europa“, sagte Matthew Candy, Europa-Chef von IBM IX, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Die Aperto-Macher hoffen, mit der Zusammenarbeit ihre Kompetenzen in einigen Bereichen zu stärken, etwa der Datenanalyse und dem Cloud Computing – hier könne man IBM gut gebrauchen, sagte Aperto-Chef Dirk Buddensiek.

Für Big Blue ist es nicht die erste Akquisition in diesem Jahr. So will der Konzern die Digitalagentur Resource/Ammirati ebenso übernehmen wie den Videodienst Ustream. Aperto wird sicher nicht der letzte Zukauf in diesem Jahr sein.

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