Übernahme von Clear Channel vor dem Aus
Schwere Funkstörungen

Mit der fast 20 Mrd. Dollar schweren Übernahme des US-Radiokonzerns Clear Channel steht eines der größten Geschäfte von Finanzinvestoren vor dem Kollaps. Großbanken wollen den Firmenkauf nun doch nicht mehr finanzieren. Die Stimmung zwischen Banken und Finanzinvestoren nähert sich damit weiter dem Tiefpunkt.

NEW YORK. Wie führende US-Zeitungen übereinstimmend berichten, wollen Großbanken den Kauf von Clear Channel nicht mehr wie vereinbart finanzieren, weil sie einen Milliardenverlust befürchten. Clear Channel sowie die Beteiligungsfirmen Thomas H. Lee Partners und Bain Capital könnten deshalb versuchen, die Finanzierung der Übernahme vor Gericht zu erzwingen, schreibt die "New York Times" unter Berufung auf Verhandlungskreise.

Zu den Banken, die an dem Geschäft beteiligt sind, gehören Citigroup, Morgan Stanley, Deutsche Bank, Credit Suisse, die Royal Bank of Scotland sowie Wachovia. Sie seien offenbar skeptisch, "dass die Finanzinvestoren genügend Cash- Flow erzielen, um die Schulden abzudecken", sagte David Miller, Analyst beim US-Brokerhaus SMH Capital.

Laut "Wall Street Journal" hat das Bankenkonsortium die Finanzinvestoren aufgefordert, mehr Kapital in die Übernahme einzubringen, um nicht 18 Mrd. Dollar Schulden schultern zu müssen. Lee Partners und Bain Capital lehnten jedoch ab und verwiesen auf unterzeichnete Verträge. Das Milliardengeschäft wurde mitten im Buy-out-Boom abgeschlossen, als das Übernehmen und Weiterreichen von Krediten noch kein Problem war und sich Finanzinvestoren mit Rekordkäufen überboten.

Derart umworben, hatten sich Aktionäre von Clear Channel das Geschäft versüßen lassen: Sie wehrten sich monatelang gegen die Übernahme und stimmten erst im Mai 2007 einer zweimal aufgestockten Offerte von 39,20 Dollar pro Aktie (insgesamt rund 19,5 Mrd. Dollar) zu. Zehn Monate später steht der Deal mehr denn je auf der Kippe: Der Aktienkurs von Clear Channel sackte gestern zeitweise über 20 Prozent auf knapp 26 Dollar ab.

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