Übernahme von Columbia House
Bertelsmann kauft US-Händler

Die Bertelsmann AG vertieft ihre ureigenen Wurzeln im Buchclub und kauft für rund 400 Mill. Dollar Columbia House, den größten auf dem Club-Prinzip aufgebauten US-Händler für Musik und DVDs. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen soll die Übernahme möglicherweise bereits heute bekannt gegeben werden.

GÜTERSLOH. Damit setzen die Gütersloher, die nach dem zweiten Weltkrieg mit Buchclubs groß geworden waren, das Geschäftsmodell aber zwischenzeitlich aus den Augen verloren hatten, wieder voll auf die Club-Idee.

Bertelsmann legt Columbia House mit der eigenen US-Musik-Clubtochter BMG Direct zusammen. Das fusionierte Unternehmen wird rund 16 Millionen Mitglieder in den USA und Kanada zählen und 1,5 Mrd. Dollar umsetzen. Columbia House ist etwas größer als BMG Direct und ist im Vergleich zu BMG Direct stärker im Verkauf von DVDs.

Die Übernahme ist Bertelsmanns bisher größte in den USA seit dem Erwerb der Buchverlagstochter Random House 1998, abgesehen von der unfreiwilligen Übernahme der Zomba Records, zu der die Gütersloher durch eine Options-Vereinbarung gezwungen worden waren. Dies zeigt, wie entschieden Bertelsmann unter Vorstandschef Gunter Thielen die Wiederbelebung des seit einem Jahrzehnt dahin dümpelnden US-Clubgeschäfts vorantreibt, das sich nur schwer gegen Internet- und Massenanbieter wie Wal-Mart behaupten kann. Sowohl bei den Buchclubs als auch bei den Musikclubs gehen die Mitglieder- und Umsatzzahlen seit einem Jahrzehnt zurück.

Das Problem des Geschäftsmodells ist die Mitgliedschaft. Hierzu sind Käufer von Büchern und Musik immer weniger bereit. Columbia House zum Beispiel bietet neuen Mitgliedern fünf DVDs für 49 Cents, allerdings müssen die Mitglieder dann während der folgenden zwei Jahre weitere fünf DVDs zum regulären Preis erwerben.

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