Übernahme von Concur
SAP will mit aller Macht in die Cloud

Es ist der teuerste Zukauf der Firmengeschichte: SAP übernimmt mit Unterstützung der Deutschen Bank den Cloud-Anbieter Concur. Die Strategie ist richtig – aber auch zu diesem Preis?
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DüsseldorfEs ist ein Rekord, der Fragen aufwirft: Der Software-Konzern SAP will das US-Unternehmen Concur Technologies kaufen, um sein wichtiges Cloud-Geschäft zu stärken. Er bietet 8,3 Milliarden US-Dollar (6,5 Milliarden Euro) – wird der Deal wie erwartet in den nächsten Monaten abgeschlossen, geht er als bislang teuerste Übernahme in die Unternehmensgeschichte ein. Doch die Anleger bezweifeln, dass der hierzulande wenig bekannte Anbieter diese Summe wert ist, zumal SAP dafür massiv Schulden aufnimmt. Strategisch erscheint der Zukauf trotzdem sinnvoll.

Concur bietet Software, mit der Firmen Reisen organisieren und die Reisekosten verwalten können. Zudem hat das Unternehmen eine Plattform entwickelt, auf der sich Hotels, Mietwagenzentralen und andere Firmen aus der Reisebranche vernetzen. Zu den 23.000 Kunden zählen Größen wie Google, Kellogg's, die Deutsche Bank und die US-Regierung, aber auch kleinere Organisationen wie der Baseball-Club New York Yankees.

Abgewickelt wird all das über die Cloud, also die Datenwolke im Internet – die Kunden müssen somit nicht eigens Programme auf ihren Rechnern installieren und diese warten. Bei der Abwicklung von Geschäftsreisen handle es sich um einen der am schnellsten wachsenden Cloud-Märkte, betonte SAP-Chef Bill McDermott. „Es gibt keine Nummer 2 – im Wesentlichen besitzt Concur den Markt.“

Damit passt Concur perfekt ins Beuteschema: In den vergangenen Jahren verleibte sich SAP diverse Cloud-Anbieter ein, etwa Success Factors, das Personal-Software anbietet, und Ariba, das eine Handelsplattform für Geschäftskunden betreibt. Der einzige deutsche Technologiekonzern von Weltrang baut so sein Geschäftsmodell um: Anstatt am Verkauf von Lizenzen zu verdienen, will er monatliche Gebühren kassieren. Ab 2020 soll die Miet-Software mehr zum Umsatz beisteuern als das angestammte Geschäft.

SAP reagiert auf einen grundlegenden Wandel auf dem Software-Markt. Immer häufiger verzichten Firmen darauf, Programme auf ihren eigenen Computern oder Servern zu installieren – und greifen auf die Cloud zu.

Analysten halten die Concur-Übernahme daher für strategisch sinnvoll. Das Cloud-Geschäft werde bis 2020 sehr wahrscheinlich viel schneller wachsen als die Software-Lizenzerlöse, sagt etwa Harald Schnitzer, Analyst bei der DZ Bank. Gleichzeitig erreicht SAP neue Kunden im wichtigen amerikanischen Markt. „Nur 30 Prozent der Concur-Kunden haben auch eine SAP-Lösung – das bietet SAP großes Potenzial, auch andere Produkte zu verkaufen“, sagt Maier. Zudem passe die Reiseabwicklung gut zu den anderen Produkten des Konzerns, etwa der Beschaffungsplattform Ariba.

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