Übernahme von Dow Jones für 5,6 Milliarden
Murdoch ist am Ziel

Rupert Murdoch hat es geschafft: Er hat nun alle Chancen, den Wirtschaftsverlag Dow Jones zu übernehmen. Der Medienzar hat Eigentümer und Führung des Verlages von seiner Übernahmeofferte überzeugt. Das Geschäft dürfte den Markt umwälzen.

tor/HB NEW YORK. Murdochs Konzern News Corp und Dow Jones bereiteten ein endgültiges Fusionsabkommen vor, teilten beide Unternehmen am Mittwochmorgen mit. Die Transaktion habe einen Wert von 5,6 Mrd. Dollar und solle im vierten Quartal des Kalenderjahres abgeschlossen werden. Bisher war von 5 Mrd. Dollar die Rede.

Murdoch wird mit dem Kauf zu einem großen Akteur im Markt für Finanznachrichten. Zur News Corp gehören bereits Zeitungen wie die britische "Times" und die "Sun", Fernsehstationen, Filmstudios und Internet-Firmen wie die Kontaktseite Myspace.

Nach inoffiziellen Angaben des "Wall Street Journal" wollen Mitglieder der Familie Bancroft mit Stimmrechten von bis zu 38 Prozent dem Verkauf an News Corp. zustimmen. Zusammen mit den etwa 29 Prozent der Stimmen, die außen stehende Aktionäre auf sich vereinigen, hätte Murdoch eine komfortable Mehrheit in der Tasche. Auch die Börse hat kaum noch Zweifel: Der Kurs von Dow Jones stieg in New York um mehr als 12 Prozent. Die Führungsgremien von Dow Jones und News Corp. kamen am Dienstagabend in New York in getrennten Sitzungen zusammen, um die Transaktion abzusegnen.

Murdochs News Corp. zahlt für den Kauf des Familienunternehmens 60 Dollar pro Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von 67 Prozent auf den letzten Börsenkurs vor dem Angebot.

"Rupert Murdoch bekommt, was er will", sagte Michael Wolf. Der New Yorker Medienkolumnist bezeichnete den Kaufpreis zwar als überhöht, glaubt aber, dass Murdoch noch am ehesten in der Lage ist, Dow Jones in eine digitale Zukunft zu führen. Neben dem WSJ gehören noch die Nachrichtenagentur Dow Jones, das Anlegerblatt Barron?s, der Internetdienst Marketwatch und die Pressedatenbank Factiva zum Verlag. Murdoch plant, insbesondere das WSJ in seinem weltumspannenden Medienimperium zu vermarkten. In Bedrängnis könnte dadurch vor allem die britische "Financial Times" kommen. In den USA dürfte der im Oktober startende Wirtschafts-TV-Sender Fox Business News vom Glanz der Marke Dow Jones profitieren.

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