Übernahme von Dow Jones
Murdoch will das „Wall Street Journal“

Die Nachricht schlug an der Wall Street ein wie eine Bombe: Rupert Murdoch, Chef des Medienkonzerns News Corp., will für rund fünf Mrd. Dollar das weltbekannte Verlagshaus Dow Jones übernehmen. Dessen Aktienkurs stieg innerhalb von Minuten um fast 60 Prozent auf mehr als 57 Dollar. Sollte die Übernahme gelingen, hätte Murdoch gleich mehrfach Grund zur Freude.

NEW YORK. Murdoch bietet 60 Dollar je Aktie, entweder in bar oder gemischt mit eigenen News-Corp.-Papieren - ein Preis, der die Eigentümerfamilie Bancroft offenbar zum Nachdenken bringt. "Das Board und die Familie werden das Angebot prüfen", heißt es knapp in einer Erklärung von Dow Jones vom Dienstagabend.

Das Angebot liegt bereits seit zwei Wochen vor, ist aber erst jetzt öffentlich gemacht worden. News Corp sprach von einer "freundlichen Offerte". Die Gewerkschaft des Verlages sprach sich gegen einen Verkauf aus.

Publizistisches Flaggschiff des Dow-Jones-Verlages ist das "Wall Street Journal". Die Wirtschaftszeitung ist mit einer täglichen Auflage von mehr als zwei Millionen Exemplaren nach "USA Today" die zweitgrößte Tageszeitung in den USA.

Bislang hat die Eigentümerfamilie Übernahmeangebote immer strikt zurückgewiesen. Neben Murdoch hatte auch die "New York Times" vor vier Jahren ihr Kaufinteresse bekundet. Nach unbestätigten Meldungen des US-Senders CNBC neigt die Mehrheit der Familie auch derzeit eher dazu, das Angebot von Murdoch abzulehnen. CNBC beruft sich dabei auf den Familienanwalt Michael Elefante. Dow Jones teilte mit, dass einige Familienmitglieder gegen den Verkauf seien. Der Verwaltungsrat werde dies bei seiner Beratung des Übernahmeangebots berücksichtigen.

Beobachter gehen davon aus, dass es um Dow Jones eine Übernahmeschlacht geben wird, sollte die Bancroft-Familie doch zu einem Verkauf bereit sein. Die Familie besitzt zwar nur knapp 25 Prozent der Aktien, kontrolliert über Mehrfachstimmrechte jedoch rund 64 Prozent der Stimmrechte an Dow Jones. Als mögliche Interessenten gelten neben der "New York Times" die "Washington Post" und der Bloomberg-Konzern. "Ich rechne fest mit einem Gegenangebot", sagte Michael Wolff, Kolumnist bei der US-Zeitschrift "Vanity Fair".

Seite 1:

Murdoch will das „Wall Street Journal“

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%