Übernahme von E-Plus
Telefonica bricht Gespräche mit 1&1 ab

Das Ringen um die Fusion von Telefonica Deutschland mit E-Plus geht weiter. Die O2-Muttergesellschaft will Netzwerkkapazitäten abgeben, um die Genehmigung der EU zu kommen. Doch 1&1 forderte offenbar zu viel.
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Nach dem Scheitern der Verhandlungen mit einem der größten virtuellen Netzbetreiber Deutschlands setzt die spanische Telefonica nun auf eine Einigung mit den drei kleineren Wettbewerbern. Das erfuhr Bloomberg News am späten Donnerstag von drei mit dem Vorgang vertrauten Personen.

Der Telekomkonzern verhandelt mit den deutschen Mobilfunk-Providern, um die kartellrechtliche Genehmigung der Europäischen Union für die 12 Milliarden Dollar schwere Übernahme der E-Plus-Sparte von der niederländischen KPN zu erhalten.

Die Gespräche mit United Internet seien gescheitert, verlautete am späten Donnerstag aus verhandlungsnahen Kreisen. Der Betreiber von 1&1 verlangte nach Aussage von zwei Personen eine Garantie von Telefonica für den Zugang zu schnelleren Internetgeschwindigkeiten. Damit sollte eine bestehende Vereinbarung mit E-Plus aufrechterhalten werden.

Den Kreisen zufolge will Telefonica nun den Sorgen der EU-Wettbewerbsaufseher entgegentreten, indem bis zu sieben Prozent ihrer bestehenden Netzwerkkapazität mit Freenet, Drillisch und Unitymedia KabelBW von der US-Firma Liberty Global geteilt wird.

Ein Sprecher der EU-Kommission lehnte einem Kommentar ab. Auch Vertreter von Telefonica und United Internet wollten sich gegenüber Bloomberg News nicht äußern.

Die in Madrid ansässige Telefonica will ihre Tochter Telefonica Deutschland (mit der Marke O2) mit E-Plus fusionieren. Die Übernahme stößt allerdings auf Bedenken der EU, dass eine geringere Anzahl an Mobilfunkbetreibern in Deutschland dem Wettbewerb schaden und die Preise steigen lassen könnte. Als Konkurrenz blieben nur die Deutsche Telekom und Vodafone.

Für den 18. Juni hat die EU eine Abstimmung eines Gremiums der nationalen Aufseher über den Deal angesetzt. Die Genehmigung könne bereits in der Folgewoche erteilt werden, sagten zwei Insider.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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