Übernahme von home.pl

United Internet kauft in Polen zu

Für einen dreistelligen Millionenbetrag übernimmt United Internet den polnischen Webhosting-Marktführer home.pl. Zur Finanzierung seiner Zukäufe prüft das Unternehmen auch den Börsengang eines Bereichs.
Update: 10.07.2015 - 12:11 Uhr Kommentieren
Der Internetdienstanbieter 1&1 gehört zum United-Internet-Konzern. Quelle: dpa
Tablet-PC von 1&1

Der Internetdienstanbieter 1&1 gehört zum United-Internet-Konzern.

(Foto: dpa)

MontabaurDer Internet-Konzern United Internet (1&1, GMX, Web.de) baut sein Geschäft mit dem Verkauf von Speicherplatz für Webseiten aus und denkt über einen neuen Börsengang von Teilen des Konzerns nach. Für rund 135 Millionen Euro übernimmt das TecDax-Schwergewicht den polnischen Anbieter home.pl, wie das Unternehmen am Freitag in Montabaur mitteilte.

Um künftig weiter mit Anwendungen für Geschäftskunden zu wachsen, prüft das Management um Mitgründer Ralph Dommermuth in den kommenden Monaten den Börsengang der Teilsparte, in die auch der Zukauf in Polen fällt. Mit den neuen Aktien könnte dann weiter zugekauft werden. Laut Analysten könnte der Plan Milliarden in die Kassen des Unternehmens spülen. Der Aktienkurs schoss bis zum Mittag um fast sieben Prozent nach oben.

United Internet ist in Polen bereits seit 2010 mit der Marke 1&1 aktiv. Das jetzt zugekaufte Unternehmen soll vom bisherigen Management eigenständig weitergeführt werden. Verkäufer ist eine Gruppe um den Finanzinvestor V4C Eastern Europe. Die Kartellbehörden müssen dem Deal noch zustimmen.

Im sogenannten Hostingmarkt zählt Größe: Durch das rasant steigende Angebot von Speicherplatz und Rechenpower im Netz sinken die Preise. Dommermuth will daher künftig noch stärker auf Zukäufe setzen. Der europäische Markt für die Unterbringung von Internetseiten (Webhosting) sowie das Speichern und Verarbeiten von Daten auf Servern im Netz (Cloud Computing) sei weitgehend verteilt. United Internet hatte das Geschäft bereits in der Vergangenheit immer wieder mit Übernahmen ausgebaut und zählt weltweit zu den größten Anbietern, mit Schwerpunkten in Westeuropa und Nordamerika.

Die 10 führenden IT-Dienstleister Deutschlands
Platz 10: Dimension Data
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Auf dem zehnten Platz landet Dimension Data (unser Bild zeigt die Firmenbroschüre) mit einem Umsatz von 440 Millionen Euro (2013: 224 Millionen). Die Zentrale des globalen Unternehmens liegt im südafrikanischem Johannesburg, in Deutschland ist Bad Homburg der Hauptstandort.

Das Managementberatungs-Unternehmen Lünendonk hat die zehn führenden IT-Service-Unternehmen in Deutschland zusammengestellt. Dazu hat es den Umsatz von mehreren Branchenvertretern im Jahr 2014 verglichen.

Platz 9: BWI Informationstechnik
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Auf Rang neun liegt die BWI Informationstechnik mit 643 Millionen Euro Umsatz (2013: 642 Millionen). Die Gesellschaft mit Rechtsform GmbH wurde im Jahr 2006 von Bundeswehr (49,9 Prozent Anteil), Siemens (50,05 Prozent) und IBM (0,05 Prozent) gegründet, um die nichtmilitärische Informations- und Kommunikationstechnik der Bundeswehr zu betrieben und zu modernisieren. Die BWI hat ihren Firmenhauptsitz in Meckenheim (Bild).

Platz 8: Fiducia
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Die Fiducia besetzt mit einem Erlös von 734 Millionen Euro den achten Rang (2013: 733 Millionen). Das Kerngeschäft der 1924 gegründeten Aktiengesellschaft sind IT-Dienstleistungen für Volksbanken und Raiffeisenbanken. Unter anderem betreibt die Fiducia ein Hochsicherheits-Rechenzentrum im Raum Karlsruhe (Bild).

Platz 7: GAD eG
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Auf Platz sieben liegt die GAD eG mit einem Umsatz von knapp 774 Millionen Euro (2013: 761 Millionen). In IT-Fragen betreut sie Volks- und Raiffeisenbanken, Zentralinstitute sowie weitere Unternehmen in der genossenschaftlichen FinanzGruppe, etwa Schwäbisch Hall, Union Investment und R+V. Ihren Firmensitz hat die eingetragene Genossenschaft in Münster (Bild).

Platz 6: Atos
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Auf Rang sechs landet Atos (unser Bild zeigt die Homepage des Unternehmens) mit einem Erlös von 992 Millionen Euro (2013: 1,1 Milliarden). Die als Societas Europae registrierte Firma bedient unter anderem Kunden aus den Bereichen Verteidigung, Finanzdienstleistungen, produzierendes Gewerbe und Medien.

Platz 5: HP
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Hewlett Packard Deutschland Services erwirtschaftete 1,34 Milliarden Euro, das entspricht dem fünften Rang (2013: 1,37 Milliarden). Die Zentrale der US-Firma liegt im kalifornischen Palo Alto (Bild), die deutsche Hauptniederlassung befindet sich in Böblingen.

Platz 4: Computacenter
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Computacenter belegt mit einem Erlös von 1,45 Milliarden Euro Platz vier (2013: 1,5 Milliarden). Das Unternehmen berät Organisationen hinsichtlich ihrer IT-Strategie. Zudem errichtet und betreibt es Netzwerk- und Rechenzentren. Die deutschen Geschäftstellen der britischen Firma befinden sich in Kerpen, Berlin und Ratingen.

Eine mögliche weitere Börsennotiz sei eine großartige Nachricht, sagte Equinet-Expertin Pauls. Insgesamt komme United Internet damit einem Dax-Aufstieg näher. Die Angebote für Privatanwender wie die E-Mail-Provider GMX und Web.de sowie das Internetzugangsgeschäft von 1&1 gehören nicht zu der möglicherweise abzuspaltenden Sparte. Sollte sich das Management um Dommermuth zu einem Börsengang entschließen, soll dieser in rund zwei Jahren erfolgen.

  • dpa
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