Übernahme von O2
Telefonica macht es der Telekom schwer

Seit Monaten halten sich Gerüchte, der britische Mobilfunker O2 solle übernommen werden. Nun hat die spanische Telefonica zugeschlagen und ist damit womöglich der Deutschen Telekom zuvorgekommen. Die hätte dank eines genialen Schachzugs der Spanier aber kaum noch Chancen.

HB DÜSSELDORF. Mit der Ankündigung am Montagmorgen, O2 für umgerechnet 26 Milliarden Euro übernehmen zu wollen, hat Telefonica Spekulationen um einen Bieterwettkampf ausgelöst. Denn schon vor den Spaniern hatte es mehrere Versuche gegeben, die Briten zu übernehmen. Bis zu einem öffentlichen Angebot an die Aktionäre wie in diesem Fall kam es aber nie.

Die Deutsche Telekom und der niederländische Telekomkonzern KPN hatten Mitte August Gespräche mit O2 geführt, diese aber ergebnislos abgebrochen. Das Handelsblatt hatte damals aus unternehmensnahen Kreisen erfahren, dass die Deutsche Telekom dennoch weiterhin Interesse an dem britischen Mobilfunker hat.

Ende Septemer fachte die britische Sonntagszeitung „The Business“ neuerliche Übernahmespekulationen an: Unter Berufung auf Finanzkreise berichtete sie, die Telekom wolle bis zu 18 Milliarden Pfund und damit mehr als Telefonica jetzt für O2 zahlen. Der Aktienkurs von O2 war daraufhin um bis zu vier Prozent gestiegen. Doch die Telekom dementierte. Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick sagte damals: „Das Thema ist für uns abgeschlossen.“

Das Dementi war schon aus börsenrechtlichen Gründen notwendig: Nachdem die Telekom die Gespräche für beendet erklärt hat, darf sie sechs Monate lang keinen neuen Übernahmeversuche starten. Für den Fall einer Offerte eines Konkurrenten für O2 hatte die Telekom aber zu keinem Zeitpunkt ausgeschlossen, ein neues Angebot für O2 vorzulegen. Dieser Fall ist nun eingetreten.

Strategisch wären die Briten ein interessanter Kauf für die Telekom: In Großbritannien, Irland und Deutschland zählt O2 gut 26 Millionen Kunden und wächst überall schneller als die Konkurrenz. Die Telekom-Tochter T-Mobile UK kämpft dagegen auf dem schwierigen britischen Markt seit Monaten mit sinkenden Umsätzen und rückläufigen Kundenzahlen. Die deutsche O2-Tochter müsste die Telekom - Nummer eins auf dem hiesigen Mobilfunkmarkt - aber wohl aus kartellrechtlichen Gründen verkaufen.

Die Deutsche Telekom selbst will sich nicht zu Spekulationen über ein mögliches Gegenangebot für O2 äußern. „Kein Kommentar“, sagte ein Telekom-Sprecher am Montag. Doch Aktienhändler und Branchenexperten spekulieren weiterhin auf ein Gegenangebot der Telekom - oder eines anderen Wettbewerbers.

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