Übernahme von Pro Sieben Sat1
Einigung zwischen Springer und KEF geplatzt

Zeitungsberichten zufolge lehnt Axel Springer die Bedingungen der Medien-Kontrollkommission KEK für die Übernahme des TV-Konzerns Pro Sieben Sat1 ab. Damit droht jedoch das ganze Vorhaben zu scheitern.

FRANKFURT. Der Springer-Verlag habe am Freitag entschieden, den von der Medienaufsicht KEK vorgeschlagenen Programm-Beirat abzulehnen, berichteten die „Süddeutsche Zeitung“ und die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ übereinstimmend vorab aus ihren Samstagausgaben unter Berufung auf Verlagskreise. Eine Sprecherin von Springer bestätigte den Eingang eines Papieres der KEK, in dem es um einen TV-Beirat gehe. Zu konkreten Inhalten wollte sie jedoch keinen Kommentar abgeben.

Die Kommission zur Ermittlung von Konzentration im Medienbereich (KEK) habe in einem zwölfseitigen Eckpunktepapier die Details über einen Programmbeirat für einen großen Sender wie Sat1 vorgelegt, den der Springer-Konzern als völlig inakzeptabel abgelehnt habe, hieß es in den Berichten. Offiziell habe der Verlag bis zum 5. Januar Zeit, eine Stellungnahme abzugeben. Springer braucht die Zustimmung der KEK, um seine Fernsehpläne verwirklichen zu können.

Der Vorschlag der Kommission sehe vor, dass Springer bei dem betroffenen Sender völlig auf wirtschaftliche Kontrolle verzichten solle. Weiterhin solle der TV-Beirat darüber wachen, dass alle gesellschaftlich relevanten Gruppen im Programm des Senders vorkommen im Gegensatz zu der normalerweise im Privatfernsehen geltenden Zielgruppenorientierung.

Ein solcher TV-Beirat hätte mehr Rechte als ein öffentlich-rechtlicher Rundfunkrat, hieß es in der „Süddeutschen Zeitung“ unter Berufung auf das Umfeld von Springer. Der Vorschlag der KEK käme einer Enteignung gleich. Das Kartellamt will die geplante Übernahme des TV-Konzerns durch Springer bis zum 20. Januar prüfen. Kartellamtspräsident Ulf Böge hatte zuvor kartellrechtliche Bedenken gegen die Pläne geäußert.

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