Übernahme von ProSieben-Sat1
Springer bietet Zugeständnisse an

Der Axel Springer Verlag will einem Pressebericht zufolge mit Zugeständnissen die Zustimmung der deutschen Medienwächter zur umstrittenen Übernahme der Senderfamilie ProSieben-Sat.1 erreichen. Aber die Kommission ist nicht die einzige Hürde für Springer.

HB HAMBURG. Einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge hat die ARD beim Bundeskartellamt Beschwerde gegen das Übernahmevorhaben eingelegt. Der Senderverbund sei zwar im Gegensatz zum ZDF nicht am Kartell-Verfahren beteiligt, habe jedoch von seinem Recht auf Stellungnahme Gebrauch gemacht. Dem Blatt zufolge fordert die ARD die Bonner Wettbewerbshüter auf, ihre bisherige kritische Linie beizubehalten und das Milliardengeschäft zu verbieten. Die geplante Fusion würde sonst den Wettbewerb um Zuschauer, Leser und Werbeerlöse erschweren, zitiert die Zeitung aus der ARD-Stellungnahme.

Um die Übernahme durchzukriegen, will Springer anbieten, bei ProSieben-Sat.1 einen unabhängig besetzten Programmbeirat einzurichten, berichtete die „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ am Dienstag vorab unter Berufung auf verhandlungsnahen Kreise. Der Vorschlag sei einer der Eckpunkte einer schriftlichen Stellungnahme, die Springer noch am Mittwoch bei der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) einreichen wolle. Programmbeiräte seien im deutschen Privatfernsehen bisher unüblich.

Die KEK hat Bedenken gegen die Fusion geäußert. Die Medienaufseher wollen bis zum 13. Dezember eine Entscheidung treffen. Auch das Bundeskartellamt hält den geplanten Zusammenschluss ohne umfangreiche Zugeständnisse von Springer für nicht genehmigungsfähig.

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