Übernahme von Stepstone
Axel Springer poliert seine Bilanz auf

Der Medienkonzern Axel Springer kauft im Gegensatz zu Konkurrenten im Internet weiter zu. Der Herausgeber der „Bild“ hat nun die Mehrheit an der Stellenbörse Stepstone übernommen. Mit der Mehrheitsübernahme plant der Verlag einen Umsatzsprung von mehr als 100 Mio. Euro. Ein finanzieller Schub, den Springer gut gebrauchen kann.

Für knapp 25 Mio. Euro erhöhe der Axel Springer seinen Anteil an Stepstone auf nunmehr 52,3 Prozent, teilte das Medien-Unternehmen am Donnerstag mit. Bereits im September 2008 hatte der Verlag 33 Prozent an dem in Norwegen notierten Internetunternehmen gekauft. Insgesamt zahlte er dafür laut Konzerninsidern knapp 58 Mio. Euro.

Nach Unternehmensangaben ist geplant, nun den anderen Aktionären ein Übernahmeangebot zu machen. Die Transaktion soll bis Ende Oktober über die Bühne gehen. Springer bietet umgerechnet 99 Cent pro Stepstone-Aktie. Eine Komplettübernahme würde Springer knapp 90 Mio. Euro kosten.

An der deutschen Tochter von Stepstone ist Springer seit fünf Jahren mit 49,9 Prozent beteiligt. Bei dem 1996 in Norwegen gegründeten Online-Unternehmen handelt es sich neben dem Konkurrenten Monster um die größte Internet-Stellenbörse in Europa.

Mit der Mehrheitsübernahme kann Springer Stepstone im vierten Quartal erstmals in seiner Bilanz konsolidieren. Der Konzern plant nach Angaben von Unternehmensinsidern dadurch einen Umsatzsprung von mehr als 100 Mio. Euro. Stepstone erzielte im vergangenen Jahr Erlöse von 123,5 Mio. Euro. Das Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag bei 15,7 Mio. Euro.

Den Umsatz- und Gewinnschub kann Springer gut gebrauchen. Im ersten Halbjahr gingen die Erlöse des Konzerns um 6,6 Prozent auf 1,25 Mrd. Euro zurück. Das Ebitda schrumpfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 24,1 Prozent auf 162,3 Mio. Euro. Europas größter Zeitungskonzern hält deshalb an seiner defensiven Prognose für dieses Jahr fest: Springer erwartet einen rückläufigen Umsatz und ein deutlich schlechteres Ergebnis.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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