An den Forderungen der griechischen Regierung nach Mitsprache bei der Unternehmensführung ist bereits im vergangenen Jahr ein Versuch gescheitert, einen strategischen Partner für OTE zu finden. Schon damals hatte Athen bei der Deutschen Telekom, aber auch bei France Télécom und Telefónica sondiert. Die Konzerne winkten aber ab.
Für die Regierung ist es politisch heikel, die Führung von OTE ganz in ausländische Hände zu geben. Nicht nur die linke Opposition warnt vor einer "Enthellenisierung" des Unternehmens. Auch in der konservativen Regierungspartei gibt es starke Widerstände gegen einen "Ausverkauf" des ehemaligen Staatsunternehmens, in dem griechische Politiker jahrzehntelang verdiente Parteifreunde und Günstlinge mit lukrativen Jobs versorgten. Die Telekom erhält auch Druck von den Kapitalmärkten. Analysten kritisieren den Kaufpreis von 26 Euro, den sie Marfin
zahlen will. Das entsprach Mitte März einem Aufschlag von 19 Prozent auf den Durchschnitt der vergangenen drei Monate und lag damit im Rahmen vergleichbarer Übernahmen. Nur eine Woche später aber gab OTE enttäuschende Quartalszahlen bekannt und der Kurs sackte auf 18 Euro ab.
Ein Beteiligter gibt sich trotz eines möglichen Scheiterns gelassen: Marfin
-Chef Andreas Vgenopoulos will bereits drei weitere Interessenten für das Aktienpaket haben.

