Übernahmepläne
Manager-Schreck Icahn gibt bei Dell auf

Der Rückkauf des Computerbauers Dell durch Gründer Michael Dell rückt näher. Investor Icahn will die Übernahme nicht weiter bekämpfen. Der Kaufpreis ist ihm kurz vor der Aktionärsversammlung aber weiterhin zu niedrig.
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New YorkMichael Dell scheint freie Bahn für den Rückkauf des von ihm gegründeten Computerherstellers zu haben. Der streitbare US-Investor Carl Icahn wird nach eigenen Worten keine weiteren Anstrengungen unternehmen, die Übernahme zu torpedieren. „Gleichwohl sind wir immer noch dagegen“, erklärte Icahn in einem am Montag veröffentlichten Brief an die Dell-Aktionäre. Er will den gebotenen Kaufpreis vor Gericht überprüfen lassen.

Icahn ist weiterhin der Auffassung, dass der Preis von annähernd 25 Milliarden Dollar (18,9 Milliarden Euro) zu gering für die Nummer drei der PC-Hersteller ist. „Aber wir haben eingesehen, dass es fast unmöglich ist, die Schlacht zu gewinnen“, erklärte der Dell-Großaktionär. Icahn hatte alternativ einen milliardenschweren Aktienrückkauf durchsetzen wollen, war mit seinen Anträgen vor Gericht aber gescheitert. Dell-Aktien lagen im Verlauf faktisch unverändert in einem positiven Umfeld.

An diesem Donnerstag stimmen die Dell-Aktionäre über das Übernahmeangebot von Michael Dell ab. Der Computerbauer leidet unter den rückläufigen PC-Verkäufen; vor allem Privatkunden greifen mittlerweile oft lieber zu einem Tablet-Computer oder begnügen sich mit ihrem Smartphone. Außerdem setzen Wettbewerber wie Lenovo aus China den Texanern zu. Michael Dell will das Unternehmen deshalb mit Hilfe des Finanzinvestors Silver Lake von der Börse nehmen und radikal umbauen.

Der Dell-Verwaltungsrat hatte angesichts der Icahn-Gegenwehr die Abstimmung mehrfach verschoben und zwischenzeitlich die Regeln geändert. Icahn konnte sich vor diesem Hintergrund eine Spitze nicht verkneifen: „Was ist der Unterschied zwischen Dell und einer Diktatur?“, fragte er. „Die Antwort: Die meisten funktionierenden Diktaturen müssen eine Abstimmung nur einmal verschieben.“ Die Einstellung des Dell-Direktoriums erinnere ihn an die Worte von Clark Gable am Ende des Films „Vom Winde verweht“: Ihnen sei es egal.

Der Milliardär Icahn hatte mit seinen Querschüssen in anderen Fällen schon mehrfach mehr Geld für Aktionäre herausgeschlagen. Auch bei Dell konnte er eine leichte Aufstockung des Übernahmeangebots erreichen. Statt ursprünglich 13,65 Dollar je Anteilsschein können die Aktionäre nun 13,88 Dollar inklusive einer Sonderdividende erwarten. Das mache „die Niederlage sicherlich um einiges erträglicher“, erklärte Icahn.

Der 77-jährige gehört derselben Generation an wie US-Starinvestor Warren Buffett. Doch anders als Buffett, der zurückhaltend und langfristig agiert, will Icahn Einfluss auf die Unternehmen nehmen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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