Übernahmeschlacht
Dish gibt kein neues Angebot für Sprint ab

Das TV-Unternehmen Dish gibt kein neues Gebot für den US-Mobilfunkanbieter Sprint Nextel ab. Man könne die gesetzte Frist für ein Angebot nicht einhalten. Derzeit kommt die höchste Offerte von der japanischen Softbank.
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New YorkIn der Übernahmeschlacht um den drittgrößten US-Mobilfunkanbieter Sprint Nextel will der Bezahl-TV-Anbieter Dish nach der höheren Offerte der japanischen Softbank zunächst kein neues Gebot abgeben. Dish könne die am Dienstag abgelaufene Frist von Sprint nicht einhalten, teilte die US-Firma mit. Dennoch sehe Dish weiterhin einen strategischen Wert für einen Zusammenschluss mit dem T-Mobile-US-Rivalen Sprint. Dish werde sich stattdessen auf das Kaufgebot für den Mobilfunker Clearwire konzentrieren. Gleichzeitig prüfe das Unternehmen die Möglichkeiten bezüglich Sprint, teilte Dish mit, ohne Einzelheiten zu nennen.

Mit dem Ablauf der Frist wird es für Dish schwieriger, erneut in den Bieterwettkampf einzusteigen. Vor der für den 25. Juni angesetzten Abstimmung der Aktionäre über die Offerte des japanischen Konzerns Softbank, müßte Sprint jedoch jedes Gebot in Betracht ziehen. Softbank war vor einer Woche in die Offensive gegangen und hatte die Summe für Sprint um 1,5 Milliarden Dollar auf 21,6 Milliarden Dollar erhöht. Zuvor hatten sich die Sprint-Anteilseigner für das Gebot von Dish ausgesprochen, weswegen die Japaner nachlegten. Falls Softbank von Sprint den Zuschlag erhält, wäre dies die bislang größte Übernahme einer japanischen Firma im Ausland. Softbank-Aktien legten am Mittwoch um 4,2 Prozent zu.

Bei einem weiteren Bieterkampf will Dish aber die Nase vorn haben: Beim Mobilfunker Clearwire, der bereits mehrheitlich in den Händen von Sprint ist, will Dish - ebenso wie Sprint - die Minderheitsaktionäre auszahlen. Da der TV-Markt in den USA gesättigt ist, sucht Dish nach neuen Wachstumschancen. Bereits seit geraumer Zeit hatte Firmenchef Charles Ergen sein Interesse am Kauf eines Mobilfunk-Netzbetreibers bekundet. Clearwire hatte in der vergangenen Woche den Aktionären empfohlen, bei einer Versammlung am 24. Juni gegen das Sprint-Gebot von 3,40 Dollar pro Aktie zu stimmen und stattdessen für Dishs ein Dollar höhere Offerte zu votieren. Sprint hatte am Montag allerdings gegen Dish und die Empfehlung von Clearwire Klage eingereicht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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