Übernahmeschlacht
Mobilfunker Sprint stockt Offerte für Clearwire auf

Der US-Satellitenfernsehbetreiber Dish und der Mobilfunker Sprint Nextel ringen um das Internetunternehmen Clearwire. Nun erhöht Sprint seine Offerte so deutlich, dass die Clearwire-Führung der Verlockung nachgibt.
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New YorkDer monatelange Kampf um das US-Internetunternehmen Clearwire mit seinen strategisch wichtigen Mobilfunk-Frequenzen scheint entschieden. Der drittgrößte US-Mobilfunker Sprint Nextel hat sein Übernahmegebot erneut angehoben und damit den Mitstreiter Dish ausgebootet. Für Dish ist es eine bittere Woche. Der Satellitenfernseh-Betreiber versuchte parallel auch den benannten Bieterkonkurrenten Sprint selbst zu übernehmen, zieht im laufenden Bietergefecht jedoch offenbar ebenfalls den Kürzeren, gegen den japanischen Mobilfunker Softbank. Dessen Chef zeigte sich am Freitag zuversichtlich, dass die Übernahme von Sprint Anfang Juli abgeschlossen werden könne.

Im Clearwire-Rennen, das seit einem halben Jahr öffentlich ausgetragen wird, bietet Sprint nach Angaben von Donnerstagabend nunmehr fünf Dollar je Aktie - und sicherte sich damit die Unterstützung wichtiger Anteilseigner. Es ist die dritte Anhebung. Ursprünglich hatte Sprint nur 2,90 Dollar pro Anteilsschein geboten.

Dish wollte sich nicht zu dem neuen Sprint-Angebot für Clearwire äußern. An der US-Technologiebörse verteuerten sich Clearwire-Aktien um sieben Prozent auf 5,04 Dollar. Zahlreiche Analysten sagten, der Deal werde nun wohl durchgehen. Um den Clearwire-Aktionären mehr Zeit zu geben, wurde die Abstimmung über die vorliegenden Offerten um zwei Wochen auf den 8. Juli verschoben.

Eigentlich hatte sich das Clearwire-Management zuletzt für die Dish-Offerte in Höhe von 4,40 Dollar je Aktie ausgesprochen. Nun signalisierten aber gleich mehrere Minderheitsaktionäre, ihre Anteile an Sprint verkaufen zu wollen. Sprint ist bereits Großaktionär von Clearwire, will nun aber noch mehr Einfluss bekommen.

Das Internetunternehmen besitzt ein wichtiges Mobilfunkspektrum. Die Handynetz-Betreiber müssen sich die Frequenzen unter anderem mit Fernseh- und Radiostationen, der Feuerwehr und der Flugsicherung teilen - dementsprechend teuer und begehrt sind die Nutzungsrechte. Je mehr Frequenzen ein Mobilfunk-Betreiber hat, desto mehr Kunden können gleichzeitig telefonieren oder im Internet surfen. Sprint benötigt die Frequenzen von Clearwire, um weiter wachsen zu können.

Auch im Bietergefecht um Sprint ist Dish wohl aus dem Rennen. Der Mobilfunkbetreiber Softbank hatte zuletzt 21,6 Milliarden Dollar geboten - es wäre damit die größte Übernahme eines japanischen Unternehmens.

Zwar hielt Dish eine Frist für ein neues Angebot am Dienstag nicht ein, könnte aber immer noch mit einem Gegenangebot vor der Sprint-Hauptversammlung am 25. Juni aus der Deckung kommen. Softbank hatte zuletzt seine Offerte aufgestockt und auch den Cash-Anteil ausgeweitet - und damit die Unterstützung mehrerer wichtiger Anteilseigner gewonnen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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