Übernahmespekulation beflügeln Aktie
United Internet kauft sich groß bei Versatel ein

Der Internetanbieter United Internet hat ein Aktienpaket des Telekommunikationsanbieters Versatel gekauft. Man halte nun 20,05 Prozent des Grundkapitals, gab United am Mittwochabend in einer Pflichtmitteilung mit. Zuvor war am Markt über eine Übernahme spekuliert worden.

HB BERLIN. Der Aktienpreis von Versatel hatte um elf Prozent zugelegt. Versatel deckt mit seinem Breitbandnetz rund ein Viertel der deutschen Haushalte ab, wobei die im TecDax notierte Gesellschaft über eine starke Stellung in Ballungsgebieten wie Berlin verfügt. Das Unternehmen ist durch den Zusammenschluss von Tropolys und Versatel Deutschland entstanden und kam Ende September auf 600 000 DSL-Kunden.

Die Berenberg Bank erhöhte am Mittwoch ihre Beteiligung an Versatel um weitere fünf Prozent auf nun 15,1 Prozent. Laut Angaben aus Finanzkreisen hält die Berenberg Bank die Aktien für eine dritte Partei.

Auftraggeber könnten nach Einschätzung von Analysten Schwergewichte wie Telecom Italia, Telefónica oder die Vodafone - Tochter Arcor sein. Denkbar seien auch United Internet und Freenet als mögliche Kaufinteressenten, meinte Frank Rothauge von Sal. Oppenheim. Ein Sprecher der Berenberg Bank bekräftigte, dass das Institut keine "strategischen Interessen“ mit dem Einstieg bei der Versatel AG verfolge. Sprecher der Unternehmen lehnten einen Kommentar zu einem möglichen Gebot für Versatel ab. Die Aktien von United Internet, Drillisch und Versatel legten zuletzt deutlich zu.

Größter Aktionär vor der Berenberg Bank ist der Finanzinvestor Apax, der rund ein Drittel der Versatel -Aktien kontrolliert. Versatel -Vorstandschef Peer Knauer hatte zuletzt beteuert, dass sein Unternehmen eigenständig bleiben wolle, eine Übernahme für die Zukunft aber grundsätzlich nicht ausgeschlossen.

In Branchenkreisen war als wahrscheinlichster Interessent der Internetdienstleister United Internet (1 & 1, GMX, WEB.DE) bereits gehandelt worden, was das Unternehmen aber nicht kommentierte. United Internet hatte zusammen mit dem Mobilfunkprovider Drillisch eine Übernahme von freenet geprüft, dies aber wieder verworfen. Die beiden Unternehmen bleiben aber an freenet über eine gemeinsame Holding beteiligt.

United Internet baute nun mit einer direkten Beteiligung seinen Einfluss auf Drillisch aus. Im Rahmen einer Kapitalerhöhung erwarb der zweitgrößte DSL-Anbieter 9,7 Prozent der Drillisch AG. Die Unternehmen wollen nun bei der Vermarktung von DSL- und Mobilfunkprodukten zusammenarbeiten. "Drillisch ist hervorragend aufgestellt und verfügt über ein Topmanagement“, sagte ein Sprecher von United Internet.

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