Übernahmeverhandlungen Gezerre um Freenet immer heftiger

Der Ton in den Übernahmeverhandlungen um den Internet- und Mobilfunkanbieter Freenet wird rauer. Der Chef des Konkurrenten United Internet, Ralph Dommermuth, warnte die Freenet-Führung davor, ihre Pläne zum Kauf des Telekom-Anbieters Debitel voranzutreiben. United Internet will seinerseits gemeinsam mit dem Partner Drillisch Freenet übernehmen.

HB DÜSSELDORF. Die drei Unternehmen trafen sich am Freitag erstmals zu Verhandlungen. „Ich bin optimistisch, dass es zu einem positiven Ergebnis kommt“, sagte Dommermuth der Nachrichtenagentur Reuters. United Internet und Drillisch sind mit einem gemeinsamen Anteil von gut 25 Prozent bereits größter Aktionär Freenets. United Internet hat Interesse am DSL- und Webhosting-Geschäft von Freenet, während Drillisch gerne Zugriff auf das Mobilfunkgeschäft hätte. Parallel dazu verhandelt Freenet allerdings auch mit dem Debitel-Eigentümer Permira über einen Kauf. Die Gespräche sind offenbar weit gediehen: Aus dem Umfeld der Unternehmen verlautete, die Prüfung der Bücher sei bald beendet. Die Kaufverträge könnten dann zügig unterschrieben werden.

Der Transaktionswert soll laut Medienberichten bei 1,4 bis 1,8 Mrd. Euro liegen. Dort eingerechnet sind auch die Schulden von Debitel, die bei deutlich mehr als 600 Mill. Euro liegen sollen. Nach Angaben von Freenet soll Permira im Gegenzug für Debitel eine Beteiligung von 24,9 Prozent und eine Barzahlung erhalten.

United-Internet-Chef Dommermuth pocht aber darauf, den Freenet-Aktionären innerhalb der kommenden beiden Monate zwei entscheidungsreife Optionen zu präsentieren. Auf dieser Grundlage sollen sie dann darüber befinden, ob entweder Freenet Debitel übernimmt oder seinerseits von United Internet und Drillisch gekauft wird. „Als Haupteigner bestehen wir im Sinne aller Aktionäre auf einen fairen Verlauf der Verhandlungen und der Vorstellung von zwei Handlungsalternativen“, sagte er.

Zugleich drohte Dommermuth unverhohlen mit Konsequenzen, sollten Freenet und Permira sein Unternehmen vor vollendete Tatsachen stellen. „Sollte es zu einer Nacht- und Nebel-Aktion kommen, kann es für einen neuen Freenet-Großaktionär Permira unbequem werden“, sagte er.

Freenet-Sprecherin Elke Rüther wies die Äußerung zurück. „Offene Drohungen funktionieren bei uns nicht“, sagte sie. Der Freenet-Vorstand handele im Sinne des Unternehmens und „nicht im Einzelinteresse des Aktionärs United Internet“. Dommermuth habe zudem bislang kein offizielles Angebot vorgelegt. Der von ihm vorgeschlagene Preis von 12,80 Euro pro Aktie sei deutlich zu niedrig. „Das ist keine Option für Freenet“, sagte Rüther.

Dommermuth bekräftigte dagegen den Preis. 12,80 Euro je Aktie entspreche einem Aufschlag von 20 Prozent auf den Kurs vor Bekanntgabe der jüngsten Gespräche und bewerte Freenet mit 1,25 Mrd. Euro.

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