Übernahmre von Time Warner Cable
Charter bahnt Milliardendeal im US-Kabelgeschäft an

Der US-Kabelanbieter Charter Communications startet einen erneuten Versuch, den größeren Konkurrenten Time Warner Cable zu übernehmen. Doch das Angebot über 62,35 Milliarden Dollar stößt auf Widerstand.
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New YorkIn den USA ist ein offener Kampf um den zweitgrößten Kabelanbieter Time Warner Cable entbrannt. Die Nummer vier der Branche, Charter Communications, bot am Montag in einem formellen Übernahmeangebot insgesamt 62,35 Milliarden für Time Warner Cable. Charter biss damit jedoch beim Management von Time Warner Cable auf Granit und will sich deshalb nun direkt an die Aktionäre wenden. Branchenkenner erwarten ein erbittertes Gefecht.

Charter bietet 132,50 Dollar je Aktie und damit kaum mehr als den gegenwärtigen Aktienkurs, der allerdings bereits von den Übernahmespekulationen profitiert hat. 83 Dollar davon sollen in bar gezahlt werden. Für die restliche Summe sollen die Investoren Anteilsscheine von Charter erhalten. Damit bietet Charter 37,3 Milliarden für Time Warner Cable und will zusätzlich dessen Schuldenberg übernehmen. Charter hat dagegen nur einen Börsenwert von gut 14 Milliarden Dollar. Branchenführer ist Comcast, dem ebenfalls Interesse an Time Warner Cable nachgesagt wird.

Analysten zufolge ist das Charter-Angebot das bislang deutlichste Zeichen dafür, dass Kabel-Milliardär John Malone von Liberty Media bei Time Warner Cable ungenutzte Geschäftsmöglichkeiten sieht. Liberty Media besitzt 27 Prozent von Charter. Branchenexpertin Amy Yong von Macquarie geht davon aus, dass Charter sein Angebot erhöhen muss. „Das ist nur die erste Runde der Verhandlungen. Charter signalisiert damit lediglich, dass sie nicht zuviel zahlen werden.“

Charter erklärte, den Konkurrenten im vergangenen halben Jahr mehrfach umworben zu haben. Die Antworten darauf ließen jedoch den Schluss zu, dass Time Warner Cable nicht an einer Fusion interessiert sei und zudem unrealistische Preisvorstellungen habe. Time Warner Cable erteilte dem Angebot umgehend eine Abfuhr. Das Management sei für ein Angebot in Höhe von 160 Dollar je Aktie zu offen. Stattdessen wolle Charter das Unternehmen zu einem völlig unangemessenen Preis haben. „Im Grunde genommen wollen diese Typen bloß eine Premium-Firma zu einem Schleuderpreis ergattern“, sagte Time Warner Cable-Chef Rob Marcus. „Das macht uns die Aufgabe leicht, das Angebot abzuwehren. Unsere Aktionäre werden den Vorstoß als das erkennen, was er ist: Ein Versuch, die Firma zu klauen.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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