Überraschender Vorstoß
Cisco will Partnerschaft mit Nortel

Der weltgrößte Netzwerk-Hersteller Cisco wünscht sich eine Partnerschaft mit dem kleineren Telekom-Ausrüster und Netzwerk-Produzenten Nortel.

HB TORONTO. „Ich hätte Nortel liebend gern als Partner“, sagte Cisco-Chef John Chambers am Donnerstag in Toronto. „Ich glaube, dass es ein zukunftsweisender Weg wäre, wenn wir gemeinsam am Markt agierten.“ Zu einer möglichen Übernahme von Nortel durch den US-Konzern Cisco wollte sich Chambers nicht konkret äußern.

„Ich habe keine Ahnung, wie große Akquisitionen zu tätigen sind“, sagte Chambers. „Sage niemals nie“, fügte der Cisco-Chef allerdings hinzu, ohne nähere Details über Art und Umfang einer Partnerschaft mit dem kanadischen Konzern zu nennen.

Während Analysten den Vorstoß von Cisco begrüßten, äußerte sich Nortel zurückhaltend und reagierte nicht direkt auf die Offerte. „Bei Partnerschaften ist Nortel offen für allerlei Möglichkeiten und prüft immer alle Gelegenheiten“, teilte Nortel mit. Der erst seit kurzem amtierende Vorstandschef William Owens sagte Reuters, Nortel erwarte, dass Partnerschaften künftig mehr Bedeutung erlangten. Er sei in Gesprächen mit potenziellen Partnern. Gemeinsame Produkte seien für die Kunden von Nutzen.

An der Börse zogen die in Toronto notierten Nortel-Aktien deutlich um mehr als fünf Prozent auf 5,96 kanadische Dollar an, Cisco-Aktien büßten dagegen an der US-Technologiebörse Nasdaq bei knapp behauptetem Gesamtmarkt 2,3 Prozent auf 23,34 Dollar ein. Der Analyst Gabriel Lowy von Blaylock & Partners sagte, Partnerschaften zwischen Nortel und Cisco böten Potenzial für neue Geschäftsabschlüsse und seien „für beide Unternehmen sehr wertvoll“. Ein anderer Analyst sagte, mit Nortel und Cicso würden sich einer der führenden Hersteller von Telekommunikationsausrüstung und der weltgrößte Anbieter von Daten-Netzwerken verbünden.

Nortel hatte Ende April drei Spitzenmanager entlassen, nachdem die Unternehmensbilanzen der Vorjahre mehrfach korrigiert wurden. Abschreibungen und Rückstellungen waren in den Bilanzen der Jahre 2000 bis 2003 höher als erforderlich verbucht worden. Die Aktien hatten daraufhin fast ein Drittel ihres Werts eingebüßt und sich seitdem von dieser Talfahrt nur in geringem Umfang erholt.

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