Überraschungscoup: Alle Spiele der deutschen Nationalelf in ARD und ZDF
WM: ARD und ZDF zeigen 48 Live-Spiele

Deutschlands Fußball-Fans können bei der Fußball- Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land alle wichtigen Spiele live und unverschlüsselt im Fernsehen anschauen. ARD und ZDF schlossen am Montag in München einen Vertrag mit der Agentur Infront, der ihnen die Übertragung von mindestens 48 der 64 Partien sichert. Darunter sind alle Spiele der deutschen Nationalelf, das Eröffnungsspiel und alle Begegnungen ab dem Viertelfinale. Damit bleibt den Fans ein Mini-Angebot wie bei der WM 2002 erspart, als es aus Japan und Südkorea nur 26 Live-Spiele im Free-TV gab.

HB MÜNCHEN. „Alle wichtigen Spiele der WM werden live und frei empfangbar von ZDF und ARD ausgestrahlt“, sagte ZDF-Intendant Markus Schächter. Die erworbenen Spiele würden voraussichtlich mit privaten Sendern geteilt, was die Gebührenzahler entlaste. In der Vergangenheit war spekuliert worden, die beiden öffentlich-rechtlichen Sender sowie die Privatfirmen RTL Group und Pro Sieben Sat.1 könnten die WM-Übertragung unter sich aufteilen. Details hierzu waren am Montag zunächst nicht zu erfahren.

ARD-Chef Jobst Plog ergänzte, der Vertrag sehe einen Preis vor, der deutlich unter den ursprünglichen Vorstellungen des Rechteinhaber Infront geblieben sei. Finanzielle Details wurden nicht genannt.

Der Vertrag räumt den Angaben zufolge ARD und ZDF das exklusive Recht zur Live-Übertragung von 48 bis 49 der insgesamt 64 Spiele der WM 2006 ein. Darunter befänden sich alle Spiele der deutschen Nationalelf - maximal sieben - sowie das Eröffnungsspiel, alle Viertelfinal- sowie die beiden Halbfinalbegegnungen. Hinzu kämen das Spiel um den dritten Platz sowie das Endspiel.

Den beiden öffentlich-rechtlichen Sendern ist mit dem Abschluss ein Überraschungscoup gelungen. Nachdem sie vor vier Jahren wegen des damaligen Vertrages heftig kritisiert worden waren, können sie nun nicht nur eine große Anzahl von Livespielen zeigen, sondern auch Zusammenfassungen von den übrigen Partien. Nach Schätzungen sollen ARD und ZDF rund 200 Millionen Euro für das Rechtepaket bezahlt haben. Weder Infront noch die Sender äußerten sich zum Kaufpreis.

Das Geld für die Übertragungsrechte kann nach Angaben der Sender aus den vorgesehenen Sportrechte-Etats erfolgen. Neben der wirtschaftlichen Seite sehen ARD und ZDF den medienpolitischen Aspekt berücksichtigt, da auch kommerzielle Sender Rechte erwerben können. Neben dem Pay-TV-Sender Premiere hatten auch RTL und Sat.1 Interesse bekundet. Es gab aber, anders als von Politikern gefordert, keine gemeinsamen Verhandlungen mit privaten Sendern.

Bei der WM 2002 war die Mehrzahl der Spiele nur für die Abonnenten des Bezahl-Senders Premiere live zu sehen. Zusammenfassungen gab es zwar im frei empfangbaren Fernsehen bei Sat.1, aber erst mehrere Stunden nach Ende der Spiele. ARD und ZDF hatten damals für das Rechtepaket rund 75 Millionen Euro gezahlt und müssen auf Grund einer Klausel nun mit Abschluss des 2006-Vertrages eine Rate von 50 Millionen Euro überweisen.

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