Überraschungshit
Das blaue Wunder

Sie waren die Überraschung des Kino-Sommers: Mit Harry Potter konnten sie zwar nicht mithalten, dennoch konnten die Schlümpfe einen großen Erfolg feiern: Im August waren sie der erfolgreichste 3D-Film.
  • 0

Düsseldorf"Die Geschichte ist mau, vorhersehbar und altbacken" oder "Alles in allem: enttäuschend und überflüssig". Wird ein Film mit solchen Kritiken bedacht, könnte er kommerziell ein Flop werden. Doch bei Familienfilmen ist oft alles anders. Rezensionen werden nach Erwachsenen-Maßstäben verfasst, die Filme nicht mit Kinderaugen gesehen.

"Man braucht keine großen Stars in einem Familienfilm", sagte Michael Lynton, Chef von Sony Pictures der "Financial Times". "Die Spanne zwischen dem Eröffnungswochenende und dem Gesamterfolg ist viel größer als bei anderen Filmen." Das trifft auch auf die Schlümpfe voll zu. In den USA kam der Film bereits Ende Juli in die Kinos, richtig eingeschlagen hat er erst im August.

Die Produktionskosten von 110 Millionen Dollar haben die blauen Männchen aus Belgien längst wieder eingespielt. Am vergangenen Wochenende hat der Film die Marke von 425 Millionen Dollar überschritten, mehr als zwei Drittel des Umsatzes hat der Film außerhalb der USA geholt. Dabei ist das zweite Kinoabenteuer der Schlümpfe nach 1976 noch nicht einmal in allen Ländern angelaufen: In Skandinavien und dem Mittleren Osten kommt er diese Woche in die Kinos, in Italien und Australien erst später im September.

Ein Weg zum Erfolg des Films dürfte die 3D-Technik gewesen sein. Acht der zehn erfolgreichsten Filme 2011 setzten auf 3D. Einzig "Fast & Furious Five" und "Hangover 2" kamen ohne die Plastikbrillen aus. Den Familien scheint das besondere 3D-Erlebnis viel Geld wert zu sein, denn die Schlümpfe waren im August der erfolgreichste 3D-Film. Und das, obwohl vielversprechende Filme wie "Conan, der Barbar", "Glee" oder "Thor" im August mit der neuen Technik in die Kinos kamen.

Die Schlümpfe könnten für Sony Pictures ein wahrer Glücksgriff werden. Die Rechte für einen Kinofilm mit den blauen Comic-Figuren aus Belgien lagen jahrelang bei Paramount Pictures - ohne ein Projekt mit diesen Rechten zu planen. Nach dem Erfolg von "Alvin und den Chipmunks" im Jahr 2007 dachte Lynton, selbst gebürtiger Niederländer, dass eine solche Mischung aus Real- und Animationsfilm auch mit den Schlümpfen funktionieren könnte. Sony Pictures erwarb die Rechte - und erntet jetzt die ersten Früchte.

Für 2013 hat das Studio bereits eine Fortsetzung angekündigt.

Sebastian Schaal
Sebastian Schaal
Handelsblatt Online / Redakteur

Kommentare zu " Überraschungshit: Das blaue Wunder"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%