Übertragung der Spiele gilt als Schlüssel für das Überleben der Pay-TV-Kanäle Canal+ und TPS
Streit um Frankreichs Fußballrechte

Heute wird wohl die wichtigste Partie im französischen Fußball-Geschäft angepfiffen. Denn an diesem Freitag will der französische Verband der Profi- Clubs, die Ligue de football professionnel (LFP), die Bedingungen bekannt geben, zu denen die Vergabe der Senderechte für die Spielzeiten 2005 bis 2008 verhandelt werden.

HB PARIS/DÜSSELDORF. Bei diesem Spiel kann es für die beiden französischen Pay-TV-Anbieter Canal+ und TPS um alles oder nichts gehen. Denn Fußball gilt als der entscheidende Köder, bestehende TV-Abonnenten zu halten und neue zu gewinnen.

Weil gleich zwei Pay-TV-Anbieter um die Senderechte buhlen, gilt es als sicher, dass sich die Fußball-Clubs in Frankreich auf weiter steigende Erlöse aus den Fernsehrechten freuen können. Die Investmentbank Merrill Lynch schätzt, dass der Preis für die Exklusivrechte einer einzigen Saison auf bis zu 550 Mill. Euro hochschnellen kann. Die derzeit laufende Saison kostete nur 375 Mill. Euro.

Zum Vergleich: Die deutsche Fußball-Bundesliga konnte für zwei Spielzeiten (2004/05 und 2005/06) gerade von 300 Mill. Euro kassieren. Deutsche TV-Manager rechnen allerdings damit, dass Fußball- Rechte auch hier zu Lande wieder teurer werden. „Wir gehen davon aus, dass die Preise wieder steigen, denn im Pay-TV-Bereich ist Premiere in Zukunft nicht mehr der einzige Bieter“, sagt ein Senderchef. Insider rechnen damit, dass möglicherweise auch Kabel Deutschland an den Senderechten für das Bezahlfernsehen interessiert sein könnte.

Bereits seit seiner Gründung im Jahr 1984 nutzte der Bezahlsender Canal+ Fußball als Lockvogel für Abonnenten. Doch Konkurrent TPS, der zu 66 Prozent dem Sender TF1 und zu 34 Prozent der Bertelsmann-Tochter M6 gehört, will Canal+ dieses Zugpferd ausspannen. Das will sich der Konkurrent nicht bieten lassen: „Rund 23 Prozent unserer Kunden haben ihr Abo nur auf Grund des Fußball-Angebots“, sagt Bertrand Méhaut, Chef von Canal+. Die Vivendi-Tochter hat derzeit 4,9 Millionen Abonnenten, TPS kommt auf 1,56 Millionen. Canal+ hat den Vorteil, dass die Zuschauer den Bezahlsender auch mit einer herkömmlichen TV-Antenne empfangen können.

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