Übertragungs-Rechte
Die Bundesliga bleibt in der „Sportschau“

Deutschlands TV-Sender machen die Bundesliga reich: Ab 2013 zahlen die Sender fast 50 Prozent mehr. Die Bundesliga-Spiele werden weiterhin ab 18.30 Uhr im Free-TV übertragen. Großer Verlierer ist die Deutsche Telekom.
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Düsseldorf/FrankfurtDie Übertragungsrechte für die Live-Berichterstattung bleiben bei Sky Deutschland. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat Murdochs Pay-TV-Sender erneut den Zuschlag gegeben. Sky behält damit die Übertragungsrechte von 2013 bis 2017. Doch der größte Gewinner ist ein längst Totgesagter: Die Sportschau in der ARD.

Längst nicht alle Fachleute haben damit gerechnet, dass die frei zugängliche Sportschau auch nach den Verhandlungen in ihrer jetzigen Form Bestand haben könnte. Zu offensiv waren die Ankündigung der Telekom gewesen, künftig um alle Rechte zu bieten. Doch die Öffentlich-Rechtlichen haben sich erneut gegen ihre Kritiker behauptet. Auch in den kommenden vier Jahren wird die Sportschau um 18:30 auf den Schirm gehen.

„Die ARD-Sportschau bleibt die wichtigste Sportsendung im deutschen Fernsehen. Wir konnten die Rechte für den Klassiker Sportschau zu wirtschaftlich angemessenen Konditionen erwerben“, sagt Ulrich Wilhelm, der ARD-seitig für Sportrechte verantwortliche Intendant des Bayerischen Rundfunks.

Was er genau mit "wirtschaftlich angemessenen" meint, ist bisher nicht bekannt. Bisher hat die ARD rund 100 Millionen Euro gezahlt. Diese Summe dürfte ab 2013 laut Experten deutlich steigen - zulasten des Gebührenzahlers.

Auch DFL-Geschäftsführer Christian Seifert darf sich als Gewinner fühlen: Die Liga hat hoch gepokert und gewonnen. Die Bundesliga behält ihre öffentliche Aufmerksamkeit im Free-TV und trotzdem bezahlen die Pay-TV-Rechteinhaber künftig deutlich mehr. Insgesamt steigen die Einnahmen pro Saison von 412 auf 628 Millionen Euro. Dabei erreicht kein Pay-TV-Sender die Einschaltquoten der Sportschau.

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung entfallen trotzdem rund 360 Millionen Euro auf Sky, 70 Millionen mehr als bisher. Das Wettbieten mit der Telekom hinterlässt damit deutliche Spuren in der Bilanz. Die Rechte gelten für das von Medienzar Rupert Murdoch beherrschte, chronisch defizitäre Unternehmen als überlebenswichtig. Ohne die Bundesliga gäbe es kaum noch Abonnenten.

Der große Verlierer der Verhandlungen ist dagegen die Deutsche Telekom. Angriffslustig hatte der Dax-Riese den Preiskampf um die Bundesliga-Rechte eröffnet - und ist am Ende leer ausgegangen. Konkurrent Sky hat sich sämtliche Online-Verwertungsrechte gesichert. Ein schwerer Schlag für Telekom-Chef Rene Obermann und sein IPTV-Programm "Liga Total".

„Es gab ernste Sorgen, dass Sky Deutschland die Rechte verlieren würde“, sagte ein Aktienhändler. „Wir glauben, dass Sky Deutschland auf dieser Basis womöglich beim Wachstum den Turbo einschalten könnte“, erklärte UBS-Analyst Pol Tang - entweder durch eine kostenlose Verteilung von HD-Boxen oder ein günstigeres Online-Produkt.

Die Börse hatte den Sieg des Bezahlsenders Sky Deutschland im Ringen um die Übertragungsrechte an der Fußball-Bundesliga. Der Aktienkurs des im MDax notierten Konzerns legte zum Handelsstart um mehr als 20 Prozent zu - nach offiziellen der Entscheidung sank der Kurs leicht.

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