Übertragungsrechte
Telekom-Offerte lässt Fernsehbranche kalt

Die Fernsehkonzerne reagieren gelassen auf die Ankündigung der Deutschen Telekom auch für die Fernsehübertragungsrechte der Fußball-Bundesliga mitzubieten. „Wir fürchten die Deutsche Telekom nicht“, sagte ein Vorstand eines Münchener Fernsehkonzerns dem Handelsblatt.

Der Grund ist einfach: Die TV-Branche geht davon aus, dass die Telekom bei einem Zuschlag die Fernsehrechte weiterverkauft. Offiziell wollten dazu weder Pro Sieben Sat 1 noch Premiere Stellung nehmen.

Am Dienstag beschäftigten sich die Medienwächter auf einer Sitzung in Berlin mit der neuen Rolle der Telekom im Fernsehbereich. Denn der Bonner Konzern besitzt keine gesetzlich notwendige Fernsehlizenz. Die Fernsehsender hoffen auf eine harte Haltung der Medienanstalten. „Wenn jemand mit dem Auto fährt und keinen Führerschein hat, wird er von der Polizei gestoppt“, sagte ein Fernsehmanager. Bis Redaktionsschluss war noch kein Ergebnis des Treffens der „Medien-Polizei“ bekannt. Die Telekom versuchte unterdessen die Gemüter zu beruhigen. „Wenn wir die Rechte kriegen, werden wir sie weiterverkaufen“, sagte ein Sprecher.

Die Telekom bemüht sich derzeit, neue Geschäftsmodelle zu erschließen. Attraktive Inhalte wie die Bundesliga-Übertragung sollen den Einstieg in den Fernsehbereich erleichtern. So will der Bonner Riese drei Mrd. Euro in ein neues Hochgeschwindigkeitsnetz investieren, das neben Sprache und Internetanwendungen auch hoch auflösendes Fernsehen bis ins Wohnzimmer transportieren könnte. Hintergrund sind anhaltende Umsatzrückgänge bei der klassischen Telefonie, die auch das dynamische Geschäft mit schnellen Internetanschlüssen bisher nicht ausgleichen konnte. T-Online hält bereits die Internet-Rechte an der Bundesliga. „Wir haben in den vergangenen Jahren sehr gute Erfahrungen mit der Verwertung von Bundesligainhalten gemacht, das ist interessanter Content“, sagte ein T-Online-Sprecher. „Wir erwarten, dass die Telekom in den nächsten Jahren viel Geld für den Rechteeinkauf in die Hand neben wird“, heißt es beim ZDF.

Die Bundesliga-Auktion steht unterdessen kurz vor dem Finale. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) sichtet derzeit die Angebote für die Fernseh- und Internetrechte an der Bundesliga und der 2. Liga ab 2006. Eine Entscheidung soll bis zum 21. Dezember fallen. Das Pokerspiel um die Rechte der Bundesliga ist so kompliziert wie noch nie. Insgesamt haben sich 35 Unternehmen, darunter börsennotierte Unternehmen wie Premiere, Pro Sieben Sat 1, die Telekom-Tochter T-Online, EM.TV, für die Auktion registrieren lassen. Die 36 Profi-Vereine versprechen sich von der Verwertung der drei Spielzeiten Rekorderlöse. In DFL-Kreisen werden Einnahmen von mehr als einer Mrd. Euro prognostiziert.

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