Ultimatum an Yahoo ergebnislos verstrichen
Jetzt ist Microsoft am Zug

Im Poker um die Übernahme des Internetkonzerns Yahoo ist in der Nacht zum Sonntag ein Ultimatum des Software-Giganten Microsoft für eine gütliche Einigung verstrichen. Bis zum Ablauf der Frist um Mitternacht (9 Uhr MESZ) äußerte sich keine der beiden Seiten. Damit droht nun eine feindliche Übernahme durch Microsoft.

HB NEW YORK. Der Finanzchef des Konzerns, Chris Liddell, hatte am Donnerstagabend erklärt, sollte das Ultimatum verstreichen, werde sich sein Unternehmen entweder für eine feindliche Übernahme direkt an die Yahoo-Aktionäre wenden oder sein Angebot zurückziehen. Yahoo bezeichnete das Übernahme-Angebot Microsofts in Höhe von knapp 45 Milliarden Dollar (28 Milliarden Euro) stets als zu niedrig.

Microsoft will mit der Yahoo-Übernahme die Dominanz des Rivalen Google bei Online-Suche und Internet-Werbung brechen. Yahoo schließt eine Übernahme nicht aus, hält den Preis aber für zu niedrig. Zugleich verhandelt das Unternehmen mit möglichen anderen Partnern wie Google, dem Online-Portal AOL und dem Medienmogul Rupert Murdoch. Bisherige unverbindliche Gespräche zwischen Microsoft und Yahoo! brachten keine Fortschritte.

Google wird dieses Jahr nach Schätzung der Marktforscher von E-Marketer mehr als 30 Prozent der Umsätze im Geschäft mit Onlinewerbung kassieren, Yahoo 14 Prozent und Microsoft knapp sieben. Selbst bei einem Zusammenschluss lägen Microsoft und Yahoo damit also weiter hinter Google. Internetwerbung wird für Microsoft immer wichtiger, da kostenlose werbefinanzierte Internetsoftware den Programmen des Konzerns aus Redmond zunehmend Konkurrenz macht.

Microsoft schloss eine Erhöhung seines Angebots kurz vor Ablauf der Frist nochmals aus. Solche Forderungen beruhten auf "unrealistischen Erwartungen", sagte Finanzchef Liddell. Die Wall Street rechnet überwiegend mit einem Erfolg Microsofts bei der Übernahme, aber womöglich doch zu einem leicht höheren Preis. Es wäre der bisher mit Abstand teuerste Zukauf in der Geschichte des weltgrößten Software-Konzerns.

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