Umbau des Technologiekonzerns: Rekordkurs trotz Akkudebakel

Umbau des Technologiekonzerns
Samsung steht vor der großen Reform

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Rekordkurs trotz Akkudebakel

Samsung versprach damals, bis Ende November auf die Forderungen zu antworten. Dass der Konzern die Vorschläge nicht sofort abschmetterte, trieb den Aktienkurs ungeachtet eines teuren Akkudebakels auf Rekordhöhen – Samsung hatte gerade sein Flaggschiff-Smartphone Galaxy Note 7 zurückrufen müssen, weil in zahlreichen Fällen die Batterien überhitzten und in Brand gerieten. Der Grund: Aktionäre wie auch Analysten waren sich einig, dass Samsung wenigstens einen Teil der Forderungen der Aktionäre erfüllen würde.

Und sie behielten recht. Samsung tischte einen klassischen Kompromiss auf. Das Unternehmen erhöht zwar die Dividende um 30 Prozent auf vier Billionen Won und kauft Aktien zurück. Damit will es die Ausschüttung pro Aktie in diesem Jahr um 36 Prozent auf 28.500 Won steigern. Aber dies ist weniger als von Elliott gefordert. Denn das Unternehmen will 70 Billionen Won an baren Mitteln behalten, um genügend Spielraum für Investitionen, Firmenkäufe und anderen Finanzbedarf zu haben.

Und ob sich Samsung letztlich zu einer Reorganisation durchringen wird, steht weiterhin in den Sternen. Die Überprüfung der Konzernstruktur zeige nicht die Intentionen des Managements oder des Vorstands für bestimmte Lösungen an, erklärte Samsung in einem Statement. Vielmehr spielt man dort auf Zeit.

Die Firma habe externe Berater angeheuert, die eine optimale Struktur erarbeiten sollen. Dabei müssten strategische, betriebliche, legale und finanzielle Fragen berücksichtigt werden. „Dieser Prozess wird mindestens sechs Monate in Anspruch nehmen und Samsung Electronics wird erst eine Entscheidung fällen, wenn die Überprüfung komplett ist“, teilte das Unternehmen mit.

Die Aktionäre gaben sich damit vorerst zufrieden. Samsungs Aktie fiel zwar am Dienstagmorgen leicht, erholte sich dann aber wieder und wurde für den Rest des Vormittags nahezu unverändert gehandelt. Damit rückt vorerst wieder die Frage in den Vordergrund, wie der designierte Thronfolger Lee Jae-yong das Akkudebakel bewältigen und Samsungs Unternehmenskultur und Firmenstrategie umbauen wird.

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Martin Kölling, Handelsblatt-Redakteur und Korrespondent in Tokio. Quelle: privat
Martin Kölling
Handelsblatt / Asien-Korrespondent

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